Thy Majestie - ShiHuangDi

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VÖ: 25.09.2012
Bandinfo: Thy Majestie
Genre: Metal
Label: Scarlet Records
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Lineup  |  Trackliste

Der Werdegang der Italiener von THY MAJESTIE ist ein bewegter: Gegründet 1998, veröffentlichte man im Jahre 2002 mit "Hastings 1066" nicht weniger als eines DER Referenzwerke des italophilen Symphonic Power Metal in der Hochzeit des Genres... doch an das großartige Album konnten die Mannen wohl nicht schnell genug anknüpfen und so blieb der große Durchbruch aus. THY MAJESTIE erfreuen sich seitdem allerdings eines Status als absoluter Geheimtipp, und auch die Folgealben, das 2005 erschienene "Jeanne D'Arc" und "Dawn" aus 2008, wussten zu überzeugen.

Dieser Tage melden sich die Herren mit neuem Sänger und neuem Label zurück und präsentieren mit "ShiHuangDi" ein weiteres symphonisches Metal-Album mit äußerst interessantem Hintergrund: Basierend auf chinesischer Geschichte bewegt man sich erneut weg vom Schwerter-und-Drachen-Mythos zahlreicher Fantasy-Metalbands und wendet sich tatsächlicher Historie zu. Das stand den Italienern schon bei früheren Werken gut zu Gesicht und auch diesmal lässt sich das Konzept sehen. Sehen - oder vor allem hören - lässt sich allerdings auch die Musik. Denn erneut schaffen es THY MAJESTIE beinahe mühelos, ein Symphonic Metal-Meisterwerk der absoluten Oberklasse aus dem Ärmel zu schütteln, ohne sich dabei vor großen Genrekollegen wie RHAPSODY OF FIRE, HEAVENLY oder CELESTY verstecken.

Gut, ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist das Organ respektive der Stil des neuen Fronters Alessio Taormina schon, auch wenn der gute Mann einigen von uns sicherlich als Sänger der Genrekollegen von CRIMSON WIND aus Palermo geläufig sein dürfte. Wer sich daran aber nicht stößt, den erwartet auf "ShiHuangDi" ein Feuerwerk an nach vorne lospreschenden Symphonic-Metal-Krachern, die mit den obligatorischen Zutaten wie pfeilschnellen Gitarrensoli und Keyboardpassagen ebensowenig geizen wie mit opulenten Orchesterarrangements, die noch dazu in eine amtliche Produktion gepackt wurden und ordentlich knackig aus den Boxen donnern.

Es sollte also dem puren Hörgenuss eigentlich nichts im Wege stehen, richtig? Richtig, und doch... gelegentlich wirken die Kompositionen, wie bei vielen Italo-Bands, dann leider doch überladen; man vermisst öfters den roten Faden, und nicht alle Hooks wollen so wirklich zünden. Das ist zwar bei THY MAJESTIE Kritik auf allerhöchstem Niveau, aber Kritik bleibt es nunmal.

Tracks wie das drückende "Harbinger Of A New Dawn" oder das epische "Under The Same Sky" können überzeugen, das folkige "Siblings Of Tian" wirkt im Gegenzug ein wenig missglückt-progressiv. Pompös stampft "Farewell" aus den Boxen, hochmelodisch galoppiert "Ephemeral" dahin, und ein bisschen zusätzliche Star-Power gibt's schließlich noch in Form von Fabio Lione (wo singt der eigentlich gerade nicht?!), der sich mit Gastvocals auf "End Of The Days" die Ehre gibt.

Die Rückkehr zu sinfonischeren Klängen gegenüber dem doch noch weitaus Prog-lastigeren Vorgängeralbum steht den Italienern allerdings nicht schlecht zu Gesicht und ganz allgemein können sie mich mit "ShiHuangDi" noch mehr überzeugen als mit früheren Werken. Ein bisschen Luft nach oben ist noch auf der Suche nach dem ultimativen Power Metal-Album; aber THY MAJESTIE kratzen mit ihrem neuesten Output einmal mehr an der Krone.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Dragonslayer (21.09.2012)

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