Steve Harris - British Lion

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VÖ: 24.09.2012
Bandinfo: Steve Harris
Genre: Hard Rock
Label: EMI Music
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Achtung: Vorliegendes Album hat NICHTS mit der musikalischen Ausrichtung der Hauptband des namensgebenden Protagonisten zu tun.

Und zwar ÜBERHAUPT NICHTS!!!

(fast)

Das sollte man nicht oft genug verbreiten, denn ich bin mir sicher, dass einige Herrschaften die das vorliegende Album erwerben anfangs etwas verwirrt sein werden, wenn nicht Herr D. singt und Herr H. nicht die üblichen galoppierenden Bassläufe zum Besten gibt.

Wir reden hier nicht von britischem Stahl wie er eben bei den Ostlondonern vorkommt, denn "British Lion" ist ein Rockalbum.
Man hört zwar den Bass ab und an recht deutlich, aber die Art und Weise wie Steve Harris hier Bass spielt ist viel songdienlicher und weniger präsent als bei seiner Hauptband.

Ein Rockalbum also. Yep.
Und das Album ist sehr gelungen. Auch wenn der Opener für meine Papillen etwas zu sehr am Wah-Wah-Pedal herumhantiert und generell in seiner leichten Sperrigkeit (beinahe ein Oxymoron...) eher weiter hinten angereiht mehr Sinn machen würde.

Aber schon "Lost Worlds" macht mehr Lust auf Rockmusik. Refrainbetonter AOR, 70er Hardrock, das sind die Umschreibungen die mir am ehesten zu "British Lion" einfielen.
Richard Taylor, der Sänger, ist mit seiner etwas süßlichen Stimme gewöhnungsbedürftig, aber mit der Zeit kommt man nicht umhin, ihm einen für die Musik hier absolut passenden Vortrag zu attestieren.

AOR ist sehr oft das Stichwort, die Refrains sind erhaben und sicher gesetzt. Man schielt allerdings nicht zu offensichtlich auf mögliches Air Play, denn in den Strophen geht es bisweilen recht abwechslungsreich und anspruchsvoll zur Sache. Progressiv ist eine Worthülse, die ich hier nicht bemühen möchte, aber es wurde auf jeden Fall einiges in das Arrangement der Songs investiert.

Einen Hit kann Steve hier mit "Karma Killer" vorlegen. Der Refrain bleibt hängen, seid gewarnt. Interessant hier die Basslinie des Chefs, so was hat´s bei MAIDEN noch nie gegeben. Ein schön komponiertes Lied, die Steigerung hin zum Chorus ist tatsächlich vom Feinsten!

Na gut, ein wenig East-London kommt doch noch, "Us Against The World" wartet mit einer Hookline auf, die ganz klar MAIDEN ist. Der Rest des Songs ist allerdings wieder ewig weit weg vom Bekannten, dafür gibt es auch hier wieder einen Refrain zum niederliegen. Selbst die etwas schwächelnde Intonation seitens des Barden kann da nix kaputt machen.

"The Chosen Ones" ist so unglaublich mächtiger Stadion-Rock, fantastisch. Mit diesem Song hätte Harris in den 80ern alles in den Staaten ausverkauft. Wie auch mit "A World Without Heaven" - Sommer bei brüllend heißen Temperaturen, Seitenscheibe runter und cruisen!

Ein deftig beginnendes "Judas" reißt uns aus den Träumen und der Bass trägt den Gesang souverän durch die Strophe und hin zu einem nächsten Höhepunkt des Albums.

Der Rest fällt nicht aus, sondern untermauert nur das stets hohe Niveau dieses Albums. „Eyes Of The Young“ ist auch so eine Hitsingle, die STEVE HARRIS scheinbar mühelos schreiben kann.

Ein Album, welches die Welt kaum aus den Angeln heben wird, das aber überrascht - und zwar sehr angenehm. Eine Adult-Rock-, Hard Rock- oder nur Rockscheibe mit ein paar wirklich zeitlos schönen Nummern!

Überraschend, wenn man MAIDENeskes erwartet hat und für jeden Melodic-Rock Freund ein Antesten wert!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (04.10.2012)

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