Cauldron - Tomorrow's Lost

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VÖ: 05.10.2012
Bandinfo: Cauldron
Genre: Heavy Metal
Label: Earache Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Was haben ANVIL und CAULDRON gemeinsam? Beide Bands stammen aus Toronto, Ontario, beide Bands haben sich selbst und ihrem kompletten Lebensstil ganz dem Heavy Metal verschrieben und beide Bands agieren als Three-Piece (ok, ANVIL erst seit ein paar Jahren). Der große Unterschied ist neben der detaillierten musikalischen Ausrichtung aber vor allem die Qualität der Outputs. Obwohl CAULDRON bislang noch kein wirklich prägendes, kräftig durchschlagendes Album gelungen ist, haben die Jungs bislang auch noch nicht ins Klo gegriffen. Das passiert zum Glück auch auf dem dritten Album „Tomorrow’s End“ nicht, auf dem sich das juvenile Triumvirat in vielerlei Hinsicht verändert präsentiert.

Das beginnt schon bei der feinen Optik, denn erstmals zelebrieren die Kanadier auf dem Cover-Artwork nicht die plakative Fleischeslust, sondern liefern mit der fantastischen Zeichnung von Szene-Kenner Todd Kowalski (SACRIFICE, PROPAGHANDI) ein herausragendes Frontbild, das an selige Früh-90er-Jahre Schweden Death Metal Zeiten erinnert. Von einem stringenten Konzept aber keine Spur, CAULDRON sehen sich anno 2012 vielmehr als Pessimisten, die der globalen Zukunft ziemlich skeptisch entgegenblicken und damit einhergehend unbekannt ernste Töne spucken. Mit dem Alter kommt ja bekanntlich Weisheit, dazu aber auch eine kräftige Prise traditioneller 80ies Heavy Metal mit leichten Früh-90er Referenzen. Im Gegensatz zu früher haben die Ahornblätter auch richtige Smasher auf dem Album versammelt. Das freudig nach vorn galoppierende „End Of Time“ ist eine klassisch-eindringliche Heavy-Hymne, das gediegene „Summoned To Succumb“ motiviert zu den beliebten „Hoi, hoi“-Rufen und „Fight For Day“ ist ein derart geil, dass euch eure Spandex um die Ohren fliegen wird.

CAULDRON wären aber eben nicht CAULDRON, würden sie es hinbekommen einmal ein durchgehend fettes Album auf die Ladentische zu knallen. Zwischen all den tollen und semi-tollen Tracks („Born To Struggle“, „Burning Fortune“) kann sich der enthusiasmierte Kuttenträger auch über so manche Längen („Endless Ways“) oder Totalausfälle („Relentless Temptress“) ärgern. Was dem Hörvergnügen zusätzlich störend im Weg steht, ist die biedere Soundqualität. Klar, Hochglanzproduktionen wollen wir eh nicht, aber CAULDRON könnten sich ruhig auch auf die alten Größen des Genres besinnen, ohne zwischendurch nach Vorstadt-Garage mit Wasserschaden zu klingen. Sei’s drum – „Tomorrow’s Lost“ ist das mit Abstand beste Album in der bisherigen CAULDRON-Diskografie und mit dem neuen Rückenwind gelingt beim nächsten Mal vielleicht wirklich ein kleines Genre-Juwel?! Einstweilen bleibt’s aber noch beim (durchaus gelungenen) Versuch.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (02.10.2012)

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