BETH HART - Bang Bang Boom Boom

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VÖ: 05.10.2012
Bandinfo: BETH HART
Genre: Blues Rock
Label: Mascot Records
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Lineup  |  Trackliste

Die zierliche Kalifornierin ist in unseren Breitengraden bislang vielleicht ein wenig untergegangen, aber das sollte sich mit diesem Album ändern: BETH HART hat ein Blues-Teil rausgehauen, das unweigerlich inspiriert von der Kollaboration mit JOE BONAMASSA aus dem Vorjahr sein dürfte. Und natürlich zollt Madame den Großen des Genres Tribut - von JOHN LEE HOOKER über PETER GREEN bis JOHN MAYALL. Die stilistische Bandbreite ist jedoch bei weitem nicht nur auf Null-Acht-Fuffzehn-Blues beschränkt, die 40-Jährige Vollblutmusikerin deckt vom straighten Rock ("Bang Bang Boom Boom") über Big-Band-Sound ("Swing My Thing Back Around") und Reggae-Vibes (etwa im flockig dahin schaukelnden "The Ugliest House On The Block") bis hin zum Gospel ("Spirit Of God") ziemlich viel ab, was bei uns gemeinhin als "amerikanisch" durchgeht.

Und amerikanisch klingt "Bang Bang Boom Boom" zu jeder Sekunde, was insgesamt vielleicht mit ein Grund für die relative Unbekanntheit von Frau HART hierzulande sein dürfte. Denn einige Male lehnt sich die Gute für europäische Verhältnisse verdammt weit in den Kitsch hinein. Das tolle dabei ist aber, dass man es ihr - erdig und geradlinig wie sie nun mal ist - umgehend abkauft. Ob das nun die FRANK SINATRA-Hommage "Swing My Thing Back Around" ist, der großartige SloMo-Blues "Caught In The Rain", der aus allen Poren den Geist eines GARY MOORE atmet, oder die extrem poppige und kurzweilige Ballade "With You Everyday" - BETH HART ist zu jeder Sekunde authentisch und letzte Zweifler werden sowieso vom unglaublichen Organ der Frau weggeblasen, dass das Vibrato einer CHER mit dem Timbre einer ANASTACIA und den dunklen Mysterien einer ROSE KEMP zu einem neuen, unglaublichen Stimmvolumen vereint.

Ja, richtig gelesen. Und ihr seid immer noch auf Stormbringer. Hört euch nur mal den Song "Thru The Window Of My Mind" an, der beginnt wie eine JOHNNY CASH-Nummer, und über unzählige Gänsehaut-Momente und mit schier unglaublichen Gesangslinien gespickt in Breitwand-Rock der Marke U2 mündet. Auch wenn ich nicht mit jedem Song hier zu hundert Prozent etwas anfangen kann, so muss ich doch gestehen, dass mich die Dame manchmal doch sehr berührt und ins musikalische Mark trifft. Allen, die mit Blues und seinen Derivaten, mit Country, Soul, Bigband-Jazz, aber auch einer gesunden Prise Pop etwas anfangen können, denen sei "Bang Bang Boom Boom" ans Herz gelegt. Diese Frau wird ihren Weg finden - trotz aller Ami-Überladenheit nun hoffentlich auch bei uns in Good Old Europe.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Mike Seidinger (09.10.2012)

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