Strike Anywhere - In Defiance Of Empty Times (Live)

Artikel-Bild
VÖ: 05.10.2012
Bandinfo: STRIKE ANYWHERE
Genre: Melodic Punkrock
Label: Bridge Nine Records
Hören & Kaufen: Amazon | Ebay
Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Neben den Genregrößen RISE AGAINST und ANTI-FLAG ist das Virginia-Kollektiv STRIKE ANYWHERE schon immer etwas im Abseits gestanden. Dieser Umstand ist sehr schade, denn die überzeugten Antifaschisten haben so manch feine Melodic-Hardcore-Scheibe mit stark politischem Einschlag vorzuweisen und sind vor allem in den einschlägigen Szenekreisen angesagte und beliebte Vertreter ihrer Zunft. Obwohl das letzte Album „Iron Front“ mittlerweile auch schon wieder drei Jahre am Buckel hat, hetzen uns die Amerikaner kein neues Studioalbum sondern die Akustik-Livescheibe „In Defiance Of Empty Times“ auf den Hals.

Das ist natürlich einerseits sehr sympathisch, nett und DIY-Style, andererseits in der Umsetzung aber schon arg mager geraten. Der Sound (von Produktion will ich hier gar nicht sprechen)ist ähnlich hölzern und unausgereift wie die Angriffsbemühungen des FC Wacker Innsbruck in der diesjährigen Bundesligasaison. Dass man mit einem Akustikset als härtere Band ohnehin gnadenlos scheitern kann, haben unlängst schon die ungarischen SOULFLY-Kopisten EKTOMORF bewiesen, bei STRIKE ANYWHERE verhält sich das nicht anders, nur eben in einem anderen musikalischen Bereich. Die ersten sechs Songs wurden bei einem Auftritt in Rochester mitgeschnitten, die übrigen in der Band-Heimatstadt Richmond. Ersterer Gig wurde mit den Labelkollegen POLAR BEAR CLUB zugunsten der Occupy-Bewegung veranstaltet, die Richmond-Show galt der „Industrial Workers Of The World“ Organisation.

Neben der durchdringenden Stimme von Thomas Barnett gibt es stilgemäß nur Gitarren zu hören, das enthusiasmierte, aber doch magere Publikumsgejohle lässt darauf schließen, dass die beiden Shows entweder schlecht besucht oder nur für einen beschränkten Kreis von Interessenten abgehalten wurden. Starke Songs wie „Infrared“, „Postcards From Home“ oder „Timebomb Generation“ verlieren natürlich auch im Akustik-Mantel nicht an ihrer grundsätzlichen Durchschlagskraft, doch eben zuvor kritisierte Vertonung spiegelt zwar die gewünschte „Working Class“-Mentalität wieder, hat aber sicherlich nicht den Wert eines handelsüblichen Albumpreises. Nettes Teil für Hardcore-Fans zum besinnlichen Nebenbeihören, doch brauchen tut man das Teil nicht wirklich. Dann lieber auf das nächste Studioalbum warten.



Ohne Bewertung
Autor: Robert Fröwein (04.10.2012)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE