Kamelot - Silverthorn

Artikel-Bild
VÖ: 26.10.2012
Bandinfo: KAMELOT
Genre: Melodic Metal
Label: SPV / Steamhammer
Hören & Kaufen: Amazon | Ebay
Lineup  |  Trackliste

Es wird ein schicksalhafter Tag, der 26. Oktober 2012, und nicht ob der Befeierung des österreichischen Nationalfeiertags. Schicksalhaft wird der Tag vor allem für eine Band namens KAMELOT, denn an diesem Tag erscheint das neue Album "Silverthorn". Das besondere an ebendiesem Album ist nun, dass es das erste der Band ohne den langjährigen, charismatischen Sänger Roy Khan darstellt, und insofern zugleich eine Bewährungsprobe für den neuen Mann hinter dem Mikrofon einerseits und auch den Rest der Band andererseits sein wird, bei der die simple Frage beantwortet werden soll: Gibt es ein Leben nach Roy Khan für KAMELOT?

Nun, soviel sei vorweggenommen: Oh ja, das gibt es. Denn nicht nur Neo-Sänger Tommy Karevik, seines Zeichens auch Fronter der schwedischen Prog-Metal Band SEVENTH WONDER, steht seinem Vorgänger in keinster Weise nach, auch Bandleader Thomas Youngblood und seine Mannen haben sich mehr als amtlich ins Zeug gelegt, um ein Album einzuzimmern, dass nicht nur den direkten Voränger "Poetry For The Poisoned" erblassen lässt, sondern auch in einem Atemzug mit den beiden besten KAMELOT-Alben, "Epica" und "Black Halo" genannt werden kann. Auch Thomas Youngblood hat uns dies im Interview bestätigt - es sollte mit "Silverthorn" wieder zurück zur melodischen Power Metal-Ausrichtung dieser beiden Alben gehen; "Poetry For The Poisoned" sah er selbst eher als "Experiment". Nun, die Rückkehr zu Altbewährtem ist in diesem Fall mehr als gelungen: Nach einem atmosphärischen Instrumental-Intro legt man standesgemäß mit der ersten Single "Sacrimony (Angel of Afterlife)" los, und bereits dieser Song weiß im Alleingang mehr zu Überzeugung, als wohl siebzig Prozent des Songmaterials auf "Poetry" oder "Ghost Opera". Glücklicherweise begnügen sich KAMELOT damit aber nicht. Auch Songs wie das drückende "Ashes To Ashes", das unter Beteiligung des deutschen Streich-Quartetts EKLIPSE eingespielte "My Confession" oder auch der Titeltrack "Silverthorn" wissen durch eingängige Melodien und intelligente Texte zu überzeugen.

Ein Freudenfest für langjährige KAMELOT-Fans stellt auch der "Song For Jolee" dar, eine Nummer, die sich in die Reihe der großen, klassischen KAMELOT-Balladen wie "Wander" und "Abandoned" einreiht, und bei der auch Fronter Tommy Karevik wirklich zeigen kann, was in ihm steckt.

Auch gegen Ende fällt das Album kaum ab: "Falling Like The Fahrenheit" und "Solitaire" fangen erneut dieses immer leicht melancholische Gefühl ein, das so intensiv mit KAMELOT verbunden wird, und auch der überlange Abschlusstrack "Prodigal Son" ist ein letztes Highlight des Albums, ehe man sich mit "Continuum" wieder instrumental vom Hörer verabschiedet.

Kurzum, mit "Silverthorn" ist KAMELOT nicht nur eine mehr als erfolgreiche Emanzipation von Roy Khan gelungen, sondern auch musikalisch und auf Songwriting-Ebene ein massiver Befreiungsschlag, auf den bestimmt viele Fans der Band gewartet und gehofft haben. Tommy Karevik liefert eine ausnahmslos grandiose Leistung ab, und wenn man es als Band schon verschmerzen muss, einen Über-Sänger wie Roy Khan zu verlieren, dann kann man wohl nicht besser fahren, als wenn man dann plötzlich Tommy Karevik als Ersatz vorweisen kann.

Zugegeben, mir gefiel auch "Poetry For The Poisoned" sehr gut und dafür habe ich damals die Höchstnote vergeben. In Retrospektive habe ich mir damit aber wohl einigermaßen die Hände gebunden: Denn "Silverthorn" ist meines Erachtens nicht nur deutlich stärker als "Poetry" geworden, sondern kann auch mit "Epica" und "Black Halo" mehr als nur mithalten. Was bleibt mir da also anderes übrig, als eine unbedingte Kaufempfehlung für alle Fans des melodischen Metal auszusprechen, und erneut die Höchstnote zu zucken?! Richtig, gar nichts. Deswegen: Liebe Leute, unbedingt zugreifen. "Silverthorn" ist der wohl heißeste Kandidat auf das (Melodic) Metal-Album des Jahres!



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Dragonslayer (15.10.2012)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE
WERBUNG: Enslaved - Utgard
ANZEIGE