Blowsight - Life & Death

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VÖ: 26.10.2012
Bandinfo: Blowsight
Genre: Metal
Label: Fastball Music
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Lineup  |  Trackliste

BLOWSIGHT ist eine dieser Bands, die man quasi nur durch Zufall kennenlernt, indem man ein Konzert besucht, wo man bezüglich der Vorbands NULL Ahnung hat. So war es bei mir im November 2010, als ich mir SONIC SYNDICATE angeschaut habe und bereits im Voraus von BLOWSIGHT weggefegt wurde. Auch nach dem Konzert war für mich eines klar, nicht SONIC SYNDICATE waren das Highlight sondern ihre deutlich unbekanntere Support-Band, die ebenfalls aus Schweden stammt. Kaum zuhause, habe ich mir sofort das damals aktuelle Album "Dystopia Lane" besorgt und war begeistert. 2010 für mich wohl DIE Entdeckung schlechthin und so blieb ich an der Band bis heute kleben. Auch die 2011 veröffentlichte EP "Shed Evil" brachte sehr viel Qualität mit sich und überzeugte mit ihrer Spielfreude. Die Jungs vereinen DERART viele Elemente, dass es schon fast unmöglich ist, sie auf ein Genre festzunageln. Mal elektronische Sounds, mal brettharte Riffs und Growls, dann doch wieder ruhige fast schon poppige Songs. Die Vielseitigkeit zeichnet diese Truppe aus und so ist es nicht verwunderlich, dass mir einer abging, als ich die Promo der neuen Platte "Life & Death" bekam.

Ähnlich wie auf dem Vorgänger legt auch "Life & Death" mit dem Opener "It's Me You're Looking For" sofort los und geht in die Vollen. Nette Riffs leiten das Ganze ein, ehe diese von Drums umrandet werden, woraufhin Nicks markanter Gesang einsetzt. Fette Growls folgen und der Song groovt ordentlich vor sich hin, was mir schon den ersten Ohrgasmus beschert. Schon wieder kreieren die Jungs was VÖLLIG eigenes, was ich einfach nicht definieren kann. Fakt ist, dass es gut abgeht und mich total mitreißt. Beim Chorus kann ich kaum still sitzen und will am liebsten sofort in die nächste Konzerthalle und die Truppe mal wieder live bewundern, wie sie ihr Feuerwerk zünden. Der Song wirkt an manchen Stellen fast schon bluesig, haut im Refrain dann aber immer wieder eine ordentliche Härte raus, setzt sich aber durch die Eingängigkeit sofort im Ohr fest. Perfekter Start für die Scheibe!

"Back Where We Belong" klingt dann schon wieder irgendwie anders... Im Intro bekommen wir eine nette "düstere" Gesangseinlage serviert, ehe der Song nach vorn marschiert und wieder sehr groovy wirkt. Dieser bestimmte Groove hat die Truppe schon auf den vorangegangenen Platten ausgezeichnet und das tut er auch hier. Das gewisse Etwas kann man den Jungs einfach nicht absprechen und das zeigen sie mit jeder Sekunde, in der sie Musik fabrizieren. Insbesondere der Chorus gefällt mir hier wieder sehr gut, obgleich er nicht so nach vorn marschiert, wie der vom Opener. Dennoch geht auch hier die Melodie wieder extrem gut ins Ohr, wobei ich vor allem den Rhythmus auch als sehr gelungen empfinde, der immer wieder variiert. Das kurze Solo vorm zweiten Refrain zeigt dann allerdings auch auf, dass die Jungs durchaus wissen, wie man Instrumente anspruchsvoll bedient. Auch hier finde ich kein Haar in der Suppe...

Mit "Surprise" gibt es aber dann doch den EINEN Song auf der Platte, der mir einfach nicht so richtig gefallen will... Auch nach mehr als 20 Durchläufen werde ich nicht warm mit der Nummer... Es ist kein Song, den ich skippen würde oder den ich jetzt extrem schlecht finde... Er gibt mir nur einfach gar nichts und läuft so ein wenig an mir vorbei, wobei ich sagen muss, dass ich den Mittelteil hier sehr stark finde. Ich mag diese kleinen Dubstepeinlagen und das wird hier auch sehr gekonnt in Szene gesetzt. Ansonsten ist der song für BLOWSIGHT-Verhältnisse vielleicht einfach zu "normal".

Das ist allerdings nur ein SEHR kleiner Wermutstropfen, wenn ich mir das absolute Highlight der Platte anschaue... "This Pain" wird von dem kurzweiligen Intro "They Whisper..." eingeleitet, wo Fans sich sogar über Facebook dran beteiligen durften. Die gesprochenen Zeilen wurden vorgegeben und Fans durften das Ganze dann recorden und per mail einschicken... Eine junge Dame konnte die Jungs wohl sehr begeistern und das Resultat zeigt, dass die Wahl wohl völlig zurecht auf sie gefallen ist. "This Pain" geht dann direkt in die Vollen, wird von fetten Screams/Growls und brettharten Riffs eingeleitet. Erinnert mich ein bisschen an "In Waves" von TRIVIUM und der Vergleich ist mehr als nur positiv gemeint. Die Strophen fahren dann wieder etwas zurück, steigern sich aber Stück für Stück, die Bridge wirkt düster und atmosphärisch und der gute Nick zeigt einmal mehr, wie vielseitig er seine Stimme einsetzen kann, sehr beeindruckend! Die größte Stärke des Songs ist allerdings die Tatsache, dass das Tempo dauerhaft gewechselt wird, das hält die Spannung SEHR hoch und der Gänsehautrefrain ist dann einfach nur noch das Sahnehäubchen oben drauf. Fast schon hymnisch begeistert mich das Teil von vorn bis hinten und stellt wohl einen der besten Tracks der Bandgeschichte dar. Wenn das Ding seinen Weg nicht ins Liveset findet, weiß ich auch nicht....

Zu guter Letzt muss ich natürlich noch auf den längsten Track der Platte eingehen, den Rausschmeißer "Dystopia II". Das Intro kommt sehr atmosphärisch daher, hat ein bisschen was von 'nem Märchen, aber das ist durchaus positiv gemeint. Danach wird der Song durchaus etwas brachialer und stampft kurz vor sich hin, ehe Nick mit sehr druckvollen Vocals loslegt, die mich wieder sofort aufhorchen lassen. Einfach nur klasse! Der Song weist aber grundsätzlich gar keine Struktur auf und vermixt einfach alles, was die Band bisher so auf die Beine gestellt hat und das gefällt mir. Zwischenzeitlich kommt sogar ein kleiner Gesangspart, der enorm an den Riesenhit "Bohemian Rhapsody" von QUEEN erinnert und das dürfen die Schweden gern als Ritterschlag meinerseits empfinden. Gegen Ende wird's nochmal sehr ruhig, ehe nochmal ein emotionaler Endspurt mit einem weiteren tollen Gesangspart folgt. Der Ausklang wird dann von Gitarren und leicht symphonischen Elementen bestimmt, bis man nur noch die Geräuschkulisse von einem Gewitter wahrnimmt. Nach einiger Zeit Stille folgt noch ein Hidden Track, der die Band wohl von ihrer bisher brutalsten Seite zeigt. Brachial, nur von Growls und Screams umschmückt wird man nach dem amtmosphärischen "Dystopia II" nochmal aus dem Sessel geholt. Nettes Gimmick fürs Ende!

Tja... Was soll ich zusammenfassend sagen? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht... Bei dieser Platte fließt SO viel auf den Hörer ein... Verschiedenste Genresparten werden abgedeckt und doch weiß man zu jeder Sekunde, welche Band hier gerade spielt. Fakt ist, dass es extrem geil ist, was die Jungs hier alles vereinen und zu ihrem komplett eigenen Stil verarbeiten. Wer eine der wohl vielseitigsten Platten 2012 nicht verpassen will, der ist automatisch dazu gezwungen, sich "Life & Death" zuzulegen... Ich lege die Scheibe JEDEM wärmstens ans Herz, ganz gleich, was man für ein Genre bevorzugt. Das hier ist GANZ großes Kino und sollte in keiner guten Plattensammlung fehlen. Over and out...



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Sonata (26.10.2012)

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