Razzmattazz - Rock'n'Roll Hero

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VÖ: 26.10.2012
Bandinfo: RAZZMATTAZZ
Genre: Hard Rock
Label: Good Night Music Records
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Lineup  |  Trackliste

Das süddeutsche Trio RAZZMATAZZ hängt sich selber die süßen Trauben ganz schön hoch. Erstens bezeichnen sie ihren Stil als „High-Voltage-Rock 'n' Roll“ und zweitens listen sie ganz schön große Namen auf, wenn es um ihre musikalischen Einflüsse geht. Da tauchen Namen wie AC/DC, WHITESNAKE, ZZ TOP, JUDAS PRIEST und SAXON auf.
Jetzt leden die drei „Süddeutschen“ – Tom Schaupp, Gitarre und Gesang, Timothy Toing, Bass und Matthew Sting, Drums ihr Debüt Album "Rock ’n’ Roll Hero" vor. Zumeindest kann man den Schwaben – also eigentlich ist das ja nur Tom Schaupp – nicht vorhalten, sie wären faul. Immerhin haben sie 14 Tracks zusammengatragen und auf eine CD gebruzzelt. So gesehen ist das auch wieder typisch schwäbisch. Und Toing lebt ja auch schon seit Kindesbeinen in Süddeutschland. Nur Drummer Sting fand erst als Erwachsener den Weg nach Nürnberg.
Was erwartet aber den Fan von hochvoltiger Musik?

Ich habe mir zuerst den Song mit dem höchsten Anspruch aus meiner Sicht vorgenommen: „Metalgod“. Für einen Metalsong braucht es nämlich mehr als verzerrte Gitarren, finde ich. Der Track geht schön ab, definitiv – aber nicht in Richtung des besungenen „God Of Metal“. Das ist guter alter Hard Rock, allenfalls Heavy Metal, wie man ihn in den Achtzigern verstand. Das ist absolut nicht schlecht. Der Song hat alles, was es braucht; fette Riffs und ein gutes Solo, eine rockige Stimme und eine ballernde Waschküche.
So übers Ganze gesehen, ist das für mich eine Rockscheibe, die jeden echten Biker oder Trucker erfreuen wird. Gut gespielter und gesungener Hardrock, mit ordentlich Wumms – allerdings ohne Country-Style. Von den angesprochenen Vorbildern höre ich vor allem ZZ TOP. Dabei meine ich die von vor 15 bis 20 Jahren, nicht diesen aufgewärmten Texas Blues-Abklatsch von heute.

Tom Schaupp bietet eine klare, geradlinige Gitarrensprache mit Blues- und Rockfundament. Der Schlagzeug-Groove von Matthew Sting erinnert mich am ehesten an AC/DC. Nichts gegen die Aussie-Jungs, aber an den Drums sticht Phil Rudd nicht gerade durch Kreativität hervor.
Die ersten Takte von „Frozen Water“ könnten sogar von Keith Richards stammen, dann kippt es sowohl von der Gitarre als auch vom Gesang her zu ZZ TOP.
SAXON wurden da auch noch genannt; die erkenne ich in den fetten Riffs von „Too Young To Die“. Die Nummer geht ziemlich ab, live stelle ich mir die als Kracher vor.
„My Last Beer“ passt auch. Eine mittelschnelle Rocknummer, welche die Melancholie der Situation beschreibt. Ein wenig tragischer dürfte der Track allerdings sein – bei dem Thema!

Zurück zum Thema Metal: ein weiterer Versuch ist das letzte Stück auf dem Album; „Metalgod The Adoration“. Und wieder geht es ein Stück weit in die passende Richtung. Der Beginn passt auf jeden Fall, das Tempo anschließend auch. Die Riffs sind präzise, Bass und Drums legen ein sattes Fundament – aber etwas fehlt mir. Und das ist eines der Kernelemente im Metal – ein treibendes, blastendes, schiebendes und heftiges Schlagzeug, welches keinen Zweifel aufkommen lässt, wie schnell es in welche Richtung gehen soll.
Aber eben, die Jungs machen ja „High Voltage Rock ’n’ Roll“, was soll da mein Metalgequatsche?
Und High Voltage bringen die Schwaben definitiv – und erst noch gut! Die werde ich mir bestimmt einmal live antun, wenn sie denn etwas näher an den Bodensee kommen. Wer guten Hard Rock mag – unbedingt reinhören!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Danny Frischknecht (29.10.2012)

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