Cradle Of Filth - The Manticore And Other Horrors

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VÖ: 02.11.2012
Bandinfo: CRADLE OF FILTH
Genre: Symphonic Black Metal
Label: Peaceville Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Schminkzwerg Dani Filth kann man ja so manches vorwerfen, doch es ist auch diskussionslos festzustellen, dass der alternde Brite zu den begnadetsten Geschichtenerzählern im Metal zählt. Zudem hat der umstrittene Frontmann von CRADLE OF FILTH in der mittlerweile auch schon 21-jährigen Bandgeschichte so manches Tief überwinden müssen, seit dem 2008er Brecher „Godspeed On The Devil’s Thunder“ haben die Burschen aber wieder in die Spur gefunden und sich seither keine großen Ausrutscher mehr geleistet.

Den Härtegrad des bekömmlichen Vorgängers „Darkly, Darkly, Venus Aversa“ hat das Inselkollektiv glücklicherweise zu „The Manticore And Other Horrors“ mitgenommen. Sehr bekömmlich auf dem zehnten Studioalbum ist die neuerlich gestraffte Spielzeit – nach 70 und 60 Minuten reichen Dani dieses Mal sogar gute 50 Minuten, um sich in die schwarzen Herzen seiner Anhänger zu keifen. Geboten bekommen diese so ziemlich alle Zutaten, die ein traditionelles und erfolgversprechendes CRADLE OF FILTH-Album ausmachen: Rasante Black Metal Abfahrten, harmonische Gothic-Querverweise und vor allem eine bis auf den letzten Punkt und Beistrich durchdachte Instrumentierungsdetailverliebtheit. Dani überlässt halt nichts dem Zufall und das schlägt sich auch hier wieder auf die gehobene Qualität des Dargebotenen nieder.

Da stehen schon mal epische Groovemonster wie „Pallid Reflection“ neben symphonischen Blitzschlägen der Marke „Huge Onyx Wings Behind Despair“, da lässt Kontaktlinsenfetischist Dani in „For Your Vulgar Delectation“ tatsächlich die räudige Punk-Sau raus, nur um auf „Illicitus“ der gewohnt orchestralen Messe zu frönen. Am ehesten ist es die Vielseitigkeit, die „The Manticore And Other Horrors“ von den Vorgängeralben unterscheidet. Dani und seine zwei Fixmitstreiter Paul Allender (git) und Marthus (dr, keys) scheuen sich nicht davor, ungewöhnliche Pfade zu betreten und sich für Bandverhältnisse recht weit aus dem Fenster zu lehnen. Die Konstanten bleiben dieselben – Dani’s markante High-Pitched-Screams, die stets im hirndurschneidenden Segment bratenden Gitarren und die knalligen, partiell eingesetzten Blastbeat-Stakkatos. Alles in allem eine durchaus runde Sache – Fans, und solche, die es vielleicht noch werden wollen, werden an „The Manticore And Other Horrors“ mit Sicherheit nichts zu bemängeln haben.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (31.10.2012)

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