no.sar - Ultima Ratio

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VÖ: 01.06.2012
Bandinfo: no.sar
Genre: Metalcore
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Sie kommen aus dem Bregenzerwald, einer Gegend irgendwo im erweiterten Grenzraum Österreich – Deutschland – Schweiz. Sie nennen ihren Sound „Wäldercore“. Und da es sowas (noch) nicht gibt, versuche ich einmal, es in die gängigen Metalgenres einzuordnen. Das Ganze liegt irgendwo zwischen Melodic Metal und Metal Core, im iTunes-Account wird „General Metal“ angezeigt – was zur Hölle soll das denn?

„Ultima Ratio“ ist das zweite Album der Vorarlberger. Das Konzeptalbum ist ein Ausflug in die Justiz. Jeder Song orientiert sich an einem Paragraphen des österreichischen Strafgesetzbuches. „Ultima Ratio“ bedeutet „das letzte Mittel“ und meint in der Rechtssprechung, dass die Strafe erst ausgesprochen wird, wenn es kein anderes Mittel mehr gibt. Ist „Ultima Ratio“ nun das letzte Mittel vor der Strafe oder die Strafe selbst?

Ich kann beruhigen, es ist keine Strafe. Das Album ist zwar kein absolutes Highlight, es ist aber solide Handwerkskunst. Es bietet durchaus Abwechslung. Neben meist harter Metallkost finden sich auch sanftere Stücke à la „Reckless“. Daniel Geuze variiert seine Stimme während des ganzen Albums, das eine Mal erinnert sie an Chad Kroeger von NICKELBACK, das andere Mal growlt sie tief und kehlig.

Neben den meist hämmernden und treibenden Stahltönen gibt es durchaus besinnliche Momente. Der eindrücklichste Track aus dieser Kategorie ist bestimmt „Abyss“- diese Sanftheit und Melancholie erwartet man nach den ersten vier Nummern beileibe nicht. Dem stehen Nummern wie „Scheallo“ gegenüber – volle Kanne Speed Metal. Und dann kommt gleich wieder eine neue Variante, eine Art Hardrock mit Metalattitüde, Klargesang und Growl inbegriffen.

Hart könnte es werden, wenn man die Texte verstehen will – die Vorarlberger geben sich jedoch viel Mühe, ihre durchdachten Texte in möglichst hohem Deutsch an den Mann und die Frau zu bringen. „Vorarlbergerisch isch sonscht micht jedem sini Sach…“ oder so ähnlich. „Ultima Ratio“ wird nicht das letzte Lebenszeichen von NO.SAR bleiben, so produktiv, wie die Band seit ihrer Gründung 2010 ist.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Danny Frischknecht (10.11.2012)

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