Therion - Les Fleurs Du Mal

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VÖ: 28.09.2012
Bandinfo: THERION
Genre: Symphonic Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

THERION stehen schon seit Jahren für avantgardistische Sound-Experimente in den dunkleren Gefilden des Metal, und sind immer wieder für eine Überraschung gut - wie sie auch nun mit ihrem "Dankeschön"-Release anlässlich des 25jährigen Bandjubiläums beweisen. "Les Fleurs Du Mal" nennt sich das gute Stück, und ist - und jetzt's kommts - eine Sammlung von Coverversionen französischer Chansons und Popsongs verschiedenster Herkunft, allesamt verpackt im typischen THERION-Sound.

Das klingt schräg? Oh, das ist es auch! Denn von SERGE GAINSBOURG bis FRANCE GALL und anderen geht hier die musikalische Reise, und vermutlich werden nur die wenigsten Metalheads mit dem Schaffen der bearbeiteten Künstler vertraut sind. Aber - und das sei THERION unbenommen - das ist natürlich auch schon wieder verdammt originell. Gleichzeitig bedeutet das ungewöhnliche Material aber natürlich auch, dass die "bösen Blumen" nicht für jedermann angenehm duften werden, und vor einem Pflücken derselben sei darob gewarnt: Dornen könnten sich offenbaren.

Denn nicht alle THERION-Arrangements wollen auch so wirklich zu den Songs passen: Beim Opener "Poupée de cire, poupée de son" etwa wirken die Gitarren eher gequält in den Song gepfercht denn wirklich gut integriert; demgegenüber kommt die BRIGITTE BARDOT gewidmete Nummer "Initials B.B." mit den lasziven weiblichen Vocals schon fast gotisch-erotisch mit konterkariertem Industrial-Feeling daher, und "Mon amour, mon ami" wirkt nur verstörend und könnte auch gut in einem Quentin Tarantino-Film Verwendung finden.

Beinahe fröhlich schlängelt sich dann etwa "Polichinelle" durch die Boxen, melancholisch wird's dann bei "La Maritza", und bei "Je n'ai besoin que de tendresse" kann Sänger Thomas Vikström in beeindruckendem Falsett Akzente setzen. Allerdings sind nicht überall die Arrangements auch wirklich passend gewählt, ist die "Metallisierung" der Chansons zu gezwungen; gelegentlich schlägt das Kitsch-Barometer auch gar ein wenig zu intensiv aus, und man vermisst die hie und da die kompositorische Dichte der eigenen THERION-Kompositionen.

Es ist eine ganz eigenwillige Mixtur, die uns THERION hier präsentieren, aber ich muss zugeben, ich kann mir am Ende ein anerkennendes Schmunzeln nicht verkneifen. Klar, es ist eine experimentelle Unternehmung, und es wird "Les Fleurs Du Mal" bei so manchem schwermetallgeprüften Ohr auf Unverständnis stoßen; aber allein auf Grund der Eigentümlichkeit des Werks sollte man zumindest mal reingehört haben. THERION-Fans werden natürlich auch um "Les Fleurs Du Mal" nicht herumkommen; allen anderen sei aber dringend zu einem Probedurchlauf geraten!



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Dragonslayer (03.11.2012)

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