Abiotic - Symbiosis

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VÖ: 19.10.2012
Bandinfo: Abiotic
Genre: Progressive Death Metal
Label: Metal Blade Records
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Lineup  |  Trackliste

Aus Florida, der Brutstätte des technisch versierten, brutalen Death Metal, kommt mit ABIOTIC eine junge Band, die sich nahtlos in die musikalische Tradition dieses Bundesstaates einreiht. Mit dem Debütalbum „Symbiosis“ wird frickeliger, anspruchsvoller Death Metal mit ordentlichem Härtegrad geboten. Aber man beruft sich nicht nur auf die Altvorderen, auch moderne Einflüsse sind vorhanden.

Als Referenzen kann man man ORIGIN (technische Fähigkeiten), CANNIBAL CORPSE (Brutalität), BLACK DAHLIA MURDER (moderner Einfluß), MESHUGGAH (rhythmische Abgefahrenheit) und WATCHTOWER (progressive Verrücktheit) nennen.

Der Beginn von „Symbiosis“ überfährt den Hörer geradezu. Die Abfolge von Riffs ist rasant, Songstrukturen gibt es keine (auch nach mehrmaligem Durchhören nicht), auf so etwas Traditionelles wie Strophen oder Refrains wird komplett verzichtet. Ist ja an sich nichts schlechtes, und bei vielen Bands ähnlicher Ausrichtung (siehe oben) genauso. Leider versuchen ABIOTIC anscheinend, eine möglichst große Anzahl an kurzen Riffs in ein Lied zu verpacken, ohne auf Zusammenhänge oder Wirkung zu achten. Echtes Songwriting geht anders.

Dadurch bleibt von der ersten Hälfte des Albums bis auf einen vagen Eindruck von Härte und Progressivität nichts hängen, kein Riff, keine Textzeile bleibt im Ohr. In der zweiten Hälfte (ab „Hegira“) wird die ganze Sache etwas „traditioneller“, d.h. ein Riff wird ab und zu auch mal wiederholt, man lässt den Riffs mehr Raum und Zeit, sich zu entfalten. Damit bewegen sich ABIOTIC mehr in die Richtung von Bands wie ORIGIN oder HATE ETERNAL, und auf einmal werden aus losen Riffzusammenstellungen echte Songs, teilweise sogar echte Kracher (man höre „The Singe“!).

Und damit wird auch das Potential von ABIOTIC deutlich. Die technischen Fähigkeiten haben die Jungs ja, und wenn sie sich im Schreiben von Songs weiterentwickeln und nicht nur versuchen, den Weltrekord von den meisten Riffs und Breaks pro Song zu übertreffen, werden wir von ABIOTIC (hoffentlich) noch einiges hören.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Luka (05.11.2012)

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