Novalis - Flossenengel / Augenblicke / Bumerang (Re-Release)

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VÖ: 28.09.2012
Bandinfo: Novalis
Genre: Krautrock
Label: M.I.G. Music GmbH
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Lineup  |  Trackliste

Die deutsche Krautrock-Prog Band NOVALIS konnte in den 1970er Jahren mit Alben wie „Sommerabend“ oder „Brandung“ einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangen, aber der große kommerzielle Durchbruch ist ihnen dennoch nie wirklich gelungen. Nun bringt das Retro Label MIG drei spätere Platten der Hamburger erneut heraus, die jedoch allesamt nicht an das Niveau ihrer Anfangszeit heranreichen können.

„Flossenengel“ von 1979 ist ein Konzeptalbum über einen Wal namens ATLANTO, der nach seiner Gefangenschaft von einem reumütigen Fischer schlussendlich doch wieder in die Freiheit entlassen wird. Diese Geschichte wird textlich und musikalisch so dermaßen naiv und kitschig dargeboten, dass man teilweise echt das Gefühl hat einem Kinderhörspiel beizuwohnen. Damals mag der Ansatz dahinter ein edler gewesen sein, aber heutzutage wirkt die ganze Sache schon unfreiwillig komisch, und bei manchen Liedern kann man sich ein Lachen echt nicht verkneifen („Sklavenzoo“, „Alle wollen leben“).

Ein Jahr später erschien mit „Augenblicke“ eine persönlichere Platte ohne Öko Botschaften, dafür befasste man sich fortan hauptsächlich mit der Aufarbeitung der eigenen Kindheitserinnerungen. Die Texte sind zwar erneut alles andere als gelungen, aber da knapp die Hälfte der Platte aus Instrumentalnummern besteht fällt dies nicht mehr ganz so negativ ins Gewicht. Musikalisch ging es in eine deutlich kommerziellere Richtung, aber die steht der Band um einiges besser als die pseudoesoterische Komödie des seltsamen Vorgängers.

„Bumerang“ aus dem Jahr 1984 war dann das vorletzte Studioalbum von NOVALIS, und da hat man es mit dem Kommerz dann schon ziemlich übertrieben. Die Grenze zum Schlager wird immer wieder deutlich überschritten („Spazieren am Morgen“, „Torero der Nacht“, „Talisman“), und auch die Anbiederungen an den damaligen Zeitgeist (vom typischen 80er Saxophon bis zum Einsatz von NDW Elektronik) wirken alles andere als überzeugend.

Wer sich für die Geschichte von NOVALIS wirklich interessiert, der sollte zunächst eher zu den früheren Werken der Band greifen. Von diesem Trio kann eigentlich nur „Augenblicke“ wirklich empfohlen werden, da „Flossenengel“ und „Bumerang“ höchstens noch einen kurios nostalgischen Wert besitzen.



Ohne Bewertung
Autor: bender (18.11.2012)

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