Fragments of Unbecoming - The Art Of Coming Apart

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VÖ: 30.11.2012
Bandinfo: Fragments of Unbecoming
Genre: Melodic Death Metal
Label: Cyclone Empire
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Haben unsere hessischen Freunde von FRAGMENTS OF UNBECOMING doch tatsächlich auf ihre traditionelle Kapitelaufzählung vergessen, na sowas aber auch! Doch Altherkömmliches zu durchbrechen oder zu verbessern gehört auch zu den Hauptstärkepunkten des übertalentierten, aber stets leicht unterbewerteten Quintetts. Noch nicht mal 800 Facebook-Fans in Zeiten, wo Nichtskönner und Akustik-Tumore wie ESKIMO CALLBOY oder WE BUTTER THE BREAD WITH BUTTER scharenweise Liebhaber und Unterstützer um sich scharen können? Leute, bitte! Wenn ihr von dieser grandiosen Combo schon bis jetzt nichts mitbekommen habt, dann startet doch wenigstens mit „The Art Of Coming Apart“ – Freunde melodischer Todeskunst werden es nicht bereuen.

Zelebriert werden auf dem vierten Longplayer nämlich die glorreichen Schweden-Zeiten, als – ähnlich wie davor in Norwegen oder danach auch in Finnland – praktisch jede Truppe, die sich im Proberaum einsperrte, ein Kultalbum für die Ewigkeit veröffentlichte. UNANIMATED meets AT THE GATES, DISSECTION (vor allem zu Beginn des Titeltracks) treffen DARK TRANQUILLITY, neuere EVOCATION kreuzen die Klingen mit NIGHT IN GALES (damit wir auch den deutschen Bezug hergestellt hätten). Ein buntes Allerlei großer Genre-Kunst, die aber keinesfalls schnöde kopiert, sondern der eher ehrfurchtsvoll und talentiert gehuldigt wird. FOU sind weit mehr, als sie möglicherweise zu sein scheinen. Wer sich einmal näher mit den sägenden Gitarren von Sascha Ehrich und Stefan Weimar befasst, wer die nahezu perfekte Rhythmisierung durch Bassist Christopher Körtgen und Drummer Ingo Maier zulässt und wer sich schlussendlich auch noch mit den stets im Tieftonbereich ausgegrunzten Vocals von Sam Anetzberger anfreunden kann, der wird eine Perle einer Musikrichtung entdecken, die gemeinhin schon seit Jahren tot oder totgeschwiegen ist.

Vor allem das Wechselspiel zwischen ruhigen Phasen und eruptiven Parts gelingt FOU fehlerlos, zu partiell eingesetzten Blast-Gewittern fürchtet man sich auch nicht vor melodiösen Gitarren-Soli und selbst der knackige, aber niemals stumpfe Groove kommt nicht zu kurz. Anspieltipps? Scheißfrage! So gut wie alles. Besonders hervorheben würde ich trotzdem „Hours Of Suffering“, das hochatmosphärische, fast schon majestätische „A Silence Dressed In Black“ und das brachiale „Trapping The Unseen“, wo sogar die ganz harte Death-Metal-Keule ausgepackt wird. Das Erfolgsrezept des starken Vorgängers „The Everhaunting Past: Chapter IV – A Splendid Retrospection“ hat man gar nicht verändert. Obschon FOU keinen einzig schlechten Tonträger in ihrem Backkatalog stehen haben, werden die Alben immer etwas „hörerfreundlicher“, also weniger sperrig und dissonant. Vielleicht gelingt den Jungs ja mit Album Nummer fünf der längst verdiente Durchbruch – das Obermeister Dan Swanö beim Sound Hand angelegt hat, stört jedenfalls nicht.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (04.12.2012)

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