Mencea - Pyrophoric

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VÖ: 23.03.2012
Bandinfo: Mencea
Genre: Progressive Death Metal
Label: Indie Recordings
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

In der griechischen Metalszene tummeln sich illustre Gestalten: Von kauzigen, pathetischen True-Metal-Anhängern bis zu radikalen Black-Metal-Bands und deren Gefolgschaft, sowie Old-School-Thrash-Freaks und Rumpel-Death-Metal-Fanaten findet sich alles, was der durchschnittliche Mitteleuropäer oft als skurril erachtet. Prog Death Metal Bands aus Griechenland landen aber noch recht selten auf dem Rezensionstisch. Mit MENCEA hat nun aber einer der seltenen Vertreter dieser Spezies seinen Weg zu Stombringer gefunden.

Dabei trifft der Stempel "Prog Death" das Dargebotene nur partiell. Denn MENCEA sind dem traditionellen Prog (huch, ein Paradoxon) wenig verbunden. Man versucht sich eher an einem komplexeren Gebilde aus Stampfrhythmen, Groove und Brutalität, das sich nicht an irgendwelche Strukturen halten oder den geneigten Hörer einen Refrain mitgrölen lassen will. Die Messlatte liegt also hoch für MENCEA. Und die Band versucht sie mit jedem Song zu überspringen, was noch nicht immer gelingt. Der Opener "Phosphorus" ist z.B. ein Song, der an eine gewöhnlichere und moderne Version von OPETH aus ihrer Frühphase erinnert - der Ansatz ist gut, kann aber aufgrund der nicht immer ausgeprägten Originalität nur selten mit solchen Vorbildern mithalten. Manchmal tendiert man zu doomigen Passagen ("CCC" oder "Elders"), oft setzt man auf wuchtigen Groove, der sich aufgrund der geschickten Riffparts auch ordentlich entfalten kann (z.B. "Hounds", "Beheading"). Insgesamt lässt sich also einiges erkennen, was gut gelungen und handwerklich stark gemacht wurde. Was MENCEA aber noch fehlt, ist das Besondere in den jeweiligen Songs. Dieses gewisse Quäntchen an Besonderheit, das aus "guten Elementen" tolle Songs macht.

Der mit seinen orientalisch anmutenden Parts tatsächlich progressiv angehauchte Rausschmeißer "The Dead" und das überraschend straighte und wuchtige "Hounds" offenbaren das große Potenzial dieser Band. Insgesamt sind auf "Pyrophoric" noch zu viele Songs unausgegoren und durchschnittlich, um wirklich begeistern zu können. Wenn MENCEA in Zukunft aber an ihren Schwächen arbeiten, könnte der Prog Death aus Griechenland endlich einen starken Vertreter haben.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: El Greco (12.12.2012)

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