SARATAN - Martya Xwar

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VÖ: 23.11.2012
Bandinfo: SARATAN
Genre: Thrash Metal
Label: Massacre Records
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Lineup  |  Trackliste

Schon lustig, dass Massacre das dritte Album der Polen als deren "Debüt" anpreisen. Dabei haben die Herren aus Krakau unlängst mit dem gar nicht mal so üblen "Antireligion" aufhorchen lassen, Stormbringer berichtete. Interessant ist vor allem das Mischverhältnis, in dem die 'Apocalyptic Death'-Kapelle ihre einzelnen Zutaten zu einer zähen, bedrohlich schwarzen Ursuppe verschwurbelt: Techno-Death mit mystischem Unterton könnte man das nennen, einerseits von einer industriellen Kälte durchwuchert, die das Ganze distanziert und fremd wirken lässt. Andererseits fahren SARATAN technisch auch diesmal wieder volles Kanonenrohr und blasen einem mit schnuckeligen Highspeed-Doublebass-Abfahrten die Ganglien frei - das mit irritierendem Frauengesang versetzte "Ba'al Zevuv" oder das knapp am Wahnsinn vorbeischrammende "God That Disappears" sollten hier als Beispiele herhalten.

Eine polnische Todesblei-Kapelle die sich als Background der ägyptischen und babylonischen Geschichte und Mystik verschrieben hat, funktioniert denn das? Wer gleich wieder an NILE denken muss, liegt aber hier auch nicht ganz richtig, denn im Gegensatz zum höchstgradig vertrackten Jazz-Death der Amis klatschen uns SARATAN atmosphärisch wertvollen und strukturell zugänglichen Industrial-Death um die Ohren. Das in ein Meer aus tragischen Piano-Parts mündende "The Silent Of Mourning" fällt dabei ebenso positiv aus der Reihe wie das Instrumental "Asmodea", das mit seinen orientalischen Vibes zu Beginn ein wenig an ORPHANED LAND erinnert. Ergo: SARATAN können ihren Vorgänger leicht überflügeln und legen ein interessantes, wenn auch nicht umwerfendes Werk vor, dass die Mystik vergangener Tage aufs Delikateste mit der Kälte der heutigen Zeit vereint. Dass die Scheibe trotzdem mit weniger Punkten als "Antireligion" davonkommt, mag paradox erscheinen, ist mir aber in Anbetracht meines jugendlichen Enthusiasmus', besagtes Teil damals mit einer 4,5 zu versehen im Nachhinein hoffentlich zu verzeihen...



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Mike Seidinger (11.12.2012)

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