Scar For Life - 3 Minute Silence

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VÖ: 10.09.2012
Bandinfo: Scar For Life
Genre: Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

SCAR FOR LIFE stammen aus dem schönen Portugal und haben bereits zwei Studioalben veröffentlicht, seinerzeit allerdings noch mit anderem Sänger. Das dritte Werk "3 Minute Silence" steht seit einigen Wochen in den Regalen und auch an mir ist dieses Werk nicht vorbeigegangen, obgleich die Band einen NOCH nicht so hohen Bekanntheitsgrad genießt. Der Stil ist relativ schwierig zu umschreiben, so werden doch einige Genres bedient. Objektiv betrachtet trifft "Modern Metal" wohl am ehesten zu, wobei von Growls über sanftere Passagen alles dabei ist.

"Last Crow" bedient eher die härtere Richtung, wobei das Intro noch relativ ruhig beginnt mit einem atmosphärischen Akustikpart. Dann geht's in die Vollen und wir bekommen einige nette Growls um die Ohren geballert. Der Chorus ist dann weitaus melodischer und kann gut und gerne als Ohrwurm durchgehen. Mir blieb er zumindest beim ersten Durchlauf im Ohr hängen. Gesanglich fühle ich mich SEHR stark an den guten Robb Flynn von MACHINE HEAD erinnert und das kann ja nur was Gutes bedeuten. Der lange Solopart weiß auch zu gefallen und zeigt deutlichst auf, dass die Band was drauf hat, an den Instrumenten.

"Metabolic" ist von grundauf etwas langsamer und bewegt sich im gehobenen Midtempo. Die Strophen ziehen sich meiner Meinung nach ein bisschen zu sehr, der Chorus weiß mir gesanglich einfach nicht zu gefallen. Die Female Vocals im Background stören mich persönlich ein wenig, aber musikalisch ist das erneut sehr ordentlich. Aber hier merkt man, dass die Jungs noch Luft nach oben haben. Der Opener hatte weitaus mehr Würze zu bieten.

Sehr stark finde ich die ruhige Ballade "Old Man", denn hier zeigt Leonel Silva, was er drauf hat. Wahnsinn, was er da gesanglich raus haut, das geht wirklich unter die Haut muss ich zugeben. Hätte man gar nicht erwartet, wenn man die vorangegangenen Songs gehört hat. Eine sehr schöne Abwechslung zu den härteren Songs und auch der lange Violinenpart gegen Ende ist nochmal ein nettes Sahnehäubchen!

Allerdings gibt es auch noch eine zweite Ballade auf die Ohren mit "One More Day" und diese stellt mein persönliches Highlight auf der Platte dar. Schöne Akustikparts, ruhige Strophen und ein melancholisch angehauchter Chorus, der mir Gänsehaut beschert. Auch hier findet die Violine ihren Part und ergänzt den Song perfekt, der letzte Chorus setzt dem ganzen dann die Krone auf und kehrt nochmal einige Emotionen hervor. Top!

Letztlich empfinde ich die Platte als sehr durchwachsen... Es gibt einige starke Nummern, die nach vorn marschieren, zwei wunderschöne Balladen, die auch meine persönlichen Anspieltipps sind neben dem Opener, aber eben auch viel durchschnittliche Kost, die an einem vorbeizieht. Das Potenzial ist nicht zu überhören und ich denke, dass die Jungs bei der nächsten Platte einen großen Schritt nach vorn machen werden. Musikalisch ist hier wie gesagt alles astrein, auch die Produktion kann sich hören lassen, aber hier und da fehlt noch das kompositorische Etwas. Dennoch eine schöne Platte für zwischendurch, die mit einigen Überraschungen aufwartet.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Sonata (10.12.2012)

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