U.D.O. - Live in Sofia

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VÖ: 09.11.2012
Bandinfo: U.D.O.
Genre: (nicht klassifizierbar)
Label: AFM Records
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Lineup  |  Trackliste

Udo Dirkschneider

Udo Dirkschneider ist eine Legende des (europäischen) Heavy Metal. Er gründete 1971 mit Michael Wagner die Kultband ACCEPT, die den Metal wie kaum eine andere europäische Band prägte: Mit Riffs á la „Restless And Wild“ wurden ACCEPT zur Gallionsfigur für unzählige Gitarristen, mit „Fast As A Shark“ brachten sie Europa den Speed-Metal näher. Ihre genialen Riffs, markigen Solos und Refrains ließen sie schnell zur Kultband werden. Vor allem jedoch bestachen ACCEPT durch unverfälschten, ehrlichen Heavy-Metal mit einer großen Portion Wut und durch die unvergleichliche Stimme Udo Dirkschneiders. Als Udo Dirkschneider ACCEPT 1987 verließ und U.D.O. gründete, verankerte er diese Erfolgsfaktoren auch in seinem neuen Projekt. 14 Studioalben, 3 Live-Alben, 2 Compilation-Alben, 11 Singles/EPs und 3 DVDs sind die eindrucksvolle Bilanz bis dato.

Live in Sofia, 2012

Mit dem Release „Live in Sofia“ (Live-DVD inkl. Doppel-CD und Bonusmaterial, sowie Blue Ray) weisen U.D.O. nun einen Weg nach Heavy Metal – Valhalla für alle Fans des klassischen Heavy Metal und für alle, die ihn erst lieben lernen.

Die Setlist ist beeindruckend und hält das Niveau durchgehend auf hohem Niveau. Die Songs scheinen – bei aller Abwechslung – zu einander zu gehören, sodass beim Anhören eine Art Fluss entsteht. Das Gitarren-Solo („Kokopelli“) und das Drum-Solo wirken weder wie musikalische Wellenbrecher, die diesen Fluss stören, noch wie Pausenfüller, wie es sonst bei manchen Bands der Fall ist.

Dass das Drum-Solo ein bisschen aufgepeppt hätte werden können, ist angesichts der Fülle an Krachern, die U.D.O. ihren Fans um die Ohren schmeißen, nur ein klitzekleines Manko: Gitarrenfokussierte Songs früherer und neuerer U.D.O. Releases (Rev.Raptor!) wechseln sich mit ACCEPT-Highlights wie „Princess Of The Dawn“, „Metal Heart“ oder „Neon Nights“ ab und brettern zur Freude der anwesenden Headbanger(Innen) alles nieder. 23 Tracks voll in die Fresse, auch das sanftere und melodiöse „I Give As Good As I Get“ reißt das Publikum hörbar mit. Dass einige Songs mehr als 20 Jahre auf dem Buckel haben und dennoch frisch und modern klingen, ist schlicht und einfach ein Beleg für das Genie Udo Dirkschneiders.

Wie fest Udo Dirkschneider seine Fans im Griff hat, zeigen die fast schon sadistischen Aufbereitungen von Songs aus Udos ACCEPT-Zeiten. Einem Katz und Maus Spiel ähnlich, spielen U.D.O. einen Riff oder eine Hookline an, lassen das Publikum vokal ergänzen, greifen noch einmal in die Gitarrensaiten, lassen wieder das Publikum singen usw. Man spürt die Spannung, die sich in Erwartung der kommenden genialen Riffs aufbaut, bis U.D.O. den Song weiterspielen und die Spannung der fiebernden Meute in ein erlösendes Headbangen mündet.

Fazit:
„Live In Sofia“ ist die geniale und gekonnte Zelebration einer klassischen Heavy Metal – Messe, wie sie in einem Lehrbuch stehen könnte. Udo Dirkschneider mag heuer seinen 60. Geburtstag gefeiert haben und seine Stimme mag gereift sein: Aber er verkörpert immer noch, wofür Bands wie U.D.O. stehen: harter, authentischer, zorniger, mitreißender und gnadenloser Metal. Man spürt in jeder Sekunde, dass hier keine gehypten Burschen auf der Bühne stehen, die mal eben ein Konzert abspulen, sondern Vollblutmusiker, die alles geben. „Live In Sofia“ wäre zum Niederknien, würde man nicht so mit Headbangen beschäftigt sein.

Hinweis: Diese Review bezieht sich auf die Doppel-CD, die DVD bzw. BluRay lagen nicht vor.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Wolfgang Milchrahm (23.12.2012)

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