U.D.O. - Holy (Anniversary Edition)

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VÖ: 07.12.2012
Bandinfo: U.D.O.
Genre: Heavy Metal
Label: AFM Records
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Lineup  |  Trackliste

“Holy” markierte 1999 bereits das dritteU.D.O.-Album in ebensovielen Jahren. Vor Kreativität sprühend, waren die ex-ACCEPT-Reibeisenstimme Udo Dirkschneider und Co damals mehr oder weniger gut unterwegs. War das Quasi-Combackalbum „Solid“ noch gediegene Heavy-Kost mit so manch memorablem Hit, griff man ein Jahr später mit „No Limits“ ziemlich ins Klo. Obwohl niemand wirklich damit gerechnet hat, sollte ausgerechnet „Holy“ eine Rückbesinnung in alte ACCEPT-Tage werden. Erstmals bei Nuclear Blast unter Vertrag stehend und an zwei Positionen verändert (an der Gitarre Igor Gianola statt Jürgen Graf, hinter den Kesseln Lorenzo Milani statt Stefan Schwarzmann), gelang U.D.O. kurz vor der Jahrtausendwende also tatsächlich noch einmal ein kräftiger Befreiungsschlag.

Bereits der hymnenhafte Titeltrack zu Beginn des Albums versprach – ähnlich wie ein endlich wieder ernst zu nehmendes Cover-Artwork – die gewünschte Konzentration auf das Wesentliche: Markante Riffs, die bellende Halford/Johnson-Stimme von Dirkschneider und ein unheimlich authentischer 80s-Metal-Vibe. Auch das hypereingängie „Raiders Of Beyond“ samt unwiderstehlichen Gitarrensolo und die knackige Mid-Tempo-Walze „Shout It Out“ übertreffen das Vorgängermaterial um Lichtjahre. Wer denkt, damit wären jetzt aber durch täuscht sich gewaltig – „Thunder In The Tower“, die Speed-Walze „Back Off“ und das knackige „State Run Operation“ suhlen sich ebenfalls noch sehr gekonnt im Mid-80s-Metal-Fahrwasser und sorgen beim Zielpublikum noch heute für Freudentränen.

Auf „Holy“ gibt es tatsächlich keinen einzigen Totalausfall zu verzeichnen, und selbst die durchschnittlicheren Songs („Recall The Sin“, „Friends Will Be Friends“) kann man unmöglich als schlecht bezeichnen, da sie trotz leichter Unausgereiftheiten immer noch den kompromisslos-knackigen U.D.O.-Style versprühen. Das wiedergewonnene Selbstvertrauen hört man etwa beim abschließenden „Cut Me Out“ heraus – ein derart rhythmisches, im ersten Moment sonderbar wirkendes Lied hätte man U.D.O. noch wenige Monate zuvor wohl nicht zugetraut. Somit hat „Holy“ nicht nur die Kehrtwende ins Positive für die Wuppertaler eingeleitet, sondern steht auch heute noch als eines der besten U.D.O.-Alben in diversen Sammlungen.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (27.12.2012)

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