Mucc - Shangri-la

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VÖ: 25.01.2013
Bandinfo: MUCC
Genre: J-Rock
Label: Gan-Shin Records
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Lineup  |  Trackliste

Seit dem 1933er-Bestseller "Lost Horizon" des britischen Autors James Hilton gehört der Begriff 'Shangri-la', der einen fiktionalen (oftmals auch im überirdischen, mystischen Kontext stehenden) Ort beschreibt, zum Grundrepertoire vieler verschiedener Kunststilistiken. Auch im Rock-Sektor gibt es dazu aktuelle Exempel, wie zum Beispiel die Schweizer Rocker von GOTTHARD, die ebenfalls einen Song mit ebendiesem Namen released haben. Mit 'Shangri-la' verbinden wir scheinbar auch immer etwas Exotisches, Wildes und Einzigartiges.

Vielleicht haben sich die vielseitigen Japaner von MUCC genau deshalb für diesen mysteriösen Titel für ihr neuestes Album entschieden? Wer weiß das schon so genau, wichtig ist ja sowieso nur die Musik, die sich hinter einem Titel versteckt und die ist im Falle von MUCC einzigartig und trotzdem genial einfach. Nach dem superben Vorgeschmack in Form der "Mother"-EP legen die vier Style-Japaner nun mit einem sehr gelungenen Longplayer nach. 13 Titel haben sich auf "Shangri-la" versammelt und das farbenfrohe Cover zeigt bereits, wohin der Kurs führt - in eine vielschichtige, zu keiner Sekunde langweilige Reise durch alle möglichen Spielarten des Rock und Pop.

Während "Mr. Liar" bereits mit treibenden Drums und mächtigen Growls loslegt, zeigt "G G" bereits die wahren Stärken von MUCC - eine unvergleichlich eingängige Melodie, flinke und trotzdem filigrane Riffs und die perfekt dazu passenden Emo-Vocals von Fronter Tatsurou. Diese Trademarks zeigen sich auch im bärenstarken Elektro Pop-Song "Nirvana", in der aggressiven Rock-Hymne "Honey" oder dem radiotauglichen, weil unglaublich melodiösen "The Bell At The End Of The Line". Dass MUCC schon immer eher im düsteren Bereich beheimatet waren, beweist das dunkel angehauchte "Kyoran Kyosho - 21st Century Baby" und macht auch etwas zu simple Songstrukturen, die sich ganz rar gemacht haben, aber trotzdem zwischendurch hervorscheinen ("Marry You", "Arcadia"), zur Nebensache. Ebenso verhält es sich mit dem bereits bekannten "Mother" und der poppigen Nummer "Night Sky Craypas", die insgesamt als sehr stimmige MUCC-Kompositionen durchgehen und das sehr hohe Niveau von "Shangri-la" locker halten können.

Alles in allem ist das neueste MUCC-Machwerk ein beinahe rundum gelungenes J-Rock-Werk, das viel Wert auf funktionierende Strukturen und komplexe, aber gleichzeitig eingängige Melodien legt. Manchmal etwas zu simpel, manchmal soundtechnisch etwas zu überfrachtend, aber insgesamt ein wunderbar buntes, vielstimmiges Rock-Werk mit starkem Hang zu Pop und Elektro. Dass die Songs trotz fast durchgängiger englischer Betitelung größtenteils in japanischer Sprache vorgetragen werden, trägt sein Übriges zur Einzigartigkeit dieser Combo bei...



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: mat (15.01.2013)

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