ROTTEN COLD - Grind Culture

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VÖ: 00.00.2012
Bandinfo: ROTTEN COLD
Genre: Grind Core
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Den idealen Soundtrack für die politische Beschaffenheit in ihrem Heimatbundesland liefern die Kärntner von ROTTEN COLD nun schon seit mehr als zehn Jahren. Bedeutet, dass das Quartett ähnlich kompromisslos, radikal und ohne Rücksicht auf irgendwelche Verluste vorgeht. Während das politisch aber klarerweise eher suboptimal ist, stört diese Vorgehensweise im musikalischen Sektor keineswegs. Im Underground kreischen und scheppern die Wolfsberger schon ewig durch die Gegend und sind vor allem auch durch ihre Liveauftritte bekannt. Zwölf Jahre bis zum Debütalbum sind eine halbe Ewigkeit, aber jetzt ist die „Grind Culture“ ja doch erhältlich und dient zugleich als Bewerbungsvorlage bei diversen Plattenfirmen.

Wer mit ROTTEN COLD bislang noch nichts zu tun hatte, dem sei gleich auf dem Weg mitgegeben, dass die Jungs nichts mit Tiefgegrunze und lyrischen Plattitüden zu tun haben, sondern sich viel lieber als legitimierte Nachfolger für Szenegrößen der Marke NAPALM DEATH oder TERRORIZER sehen und daher auch einen erquicklichen Anteil an Punk- und Hardcore-Vibes in ihrem Sound verbraten. So mögen die Hardcore-Shouts im Song „In Ruins“ vielleicht etwas befremdlich wirken, zeigen aber schlussendlich nur, dass ROTTEN COLD sich nicht so gerne limitieren lassen. Tracks wie „Ghosts“, das hervorragende „Vulture’s Land“ oder „Great White (Shark Song)“ knallen aber unwiderstehlich aus den Boxen und offenbaren eindeutig, dass das hauptsächlich von Gitarrist David Schwarz initiierte Songwriting durchaus Reife besitzt.

Im Gegensatz zu ihren offensichtlichen Vorbildern, nehmen ROTTEN COLD aber auch gerne mal den Fuß vom Gaspedal und versuchen sich im verschrobeneren Mid-Tempo-Bereich, was zumindest anfangs doch etwas gewöhnungsbedürftig erscheint. Doch die bratenden Gitarren und die eindringliche Stimme von Daniel Polsinger (war auch mal bei DECOMPOSED CRANIUM aktiv) machen diverse Längen locker wieder weg. Womit wir auch schon bei den Kritikpunkten wären, denn erstens ist eine knappe Dreiviertelstunde für ein Grind-Album doch etwas zu viel und zweitens verzetteln sich die Kärntner leider des Öfteren in ihrer eigenen Progressivität und nehmen dem Gesamtwerk dadurch die flüssige, kongruente Linie. Im Endeffekt ist „Grind Culture“ eine schöne Visitenkarte für den wenig besinnlichen Lebenslauf, aber ich bin mir auch verdammt sicher, dass ROTTEN COLD qualitativ schon noch einiges nachlegen können.

Brandneues Material in feiner Qualität könnt ihr euch HIER reinziehen.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (09.01.2013)

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