RETALIATORY MEASURES - Withdrawal Syndromes

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VÖ: 26.10.2012
Bandinfo: RETALIATORY MEASURES
Genre: Death / Thrash Metal
Label: Massacre Records
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Lineup  |  Trackliste

Hossa! Da hätte sich diese CD doch fast in den unendlichen Weiten meines noch viel unendlicheren Büro-Universums verloren! Und dann haben Massacre Records noch aus Versehen die Diskografie von THE FORSAKEN aufs Factsheet geklatscht, was bei mir verwirrtem Schreiberling natürlich zusätzlich die Fragezeichen über der Birne aufplöppen hat lassen. Aber nun ist alles klar. Die aus ehemaligen GARM-Musikern rekrutierte Combo aus dem finnischen Städtchen Pori zocken Death-Thrash, der in erster Linie eines ist: Über weite Strecken unspektakulär, wenngleich auch nicht unbedingt schlecht. Okay, die Burschen sind noch recht jung, haben unter dem RM-Banner außer einem Demo und einer EP noch nicht viel von sich gegeben und es fehlt ihnen noch ein wenig an Charisma. Natürlich, eine gewisse Scheißdrauf-Attitüde kann man ihnen nicht absprechen. Daher klingt das meiste Material auf "Withdrawal Syndromes" ein wenig rotzig, aber gleichzeitig auch ein wenig altbacken. So nach early Nineties in etwa.

Der Zungenbrecher-Bandname (bedeutet nichts anderes als "Vergeltungsmaßnahmen") wird auch nicht unbedingt zu sprunghafter Berühmtheit beitragen. Aber man ist in seinem Tun bemüht, und das zählt doch, oder? Die Melodieführung, die das ansonsten eher monotone Gemetzel des Öfteren auflockert, ist auch echt pipifein. Der sehr gelungene Opener "The Offering" zeigt gleich mal, dass hier eine Menge Potential schlummert. Auch wenn man bei den Gitarrenabfahrten immer wieder an EXODUS denken muss, die Finnen bauen geschickt Hardcore-Elemente mit HATEBREED-Vibes ein ("Killing", "Since Nothing"), und auch AMON AMARTH lassen des Öfteren grüßen ("Withdraw"). "Existence" mit seinen groovigen Parts und dem echt feinen Riffing sticht auch noch recht positiv hervor, rettet die Platte aber nicht mehr vor dem knappen Mittelmaß. RETALIATORY MEASURES schaffen es nicht, sich über die ganze Distanz interessant zu halten - aber hier ist auf jeden Fall eine Menge Potential vorhanden, und mindestens drei, vier Tracks die es wert sind anzuchecken!



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Mike Seidinger (24.01.2013)

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