Geminy - The Prophecy

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VÖ: 00.12.2012
Bandinfo: Geminy
Genre: Progressive Metal
Label: Nadir Music
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Lineup  |  Trackliste

Ich mag Italiener, die Englisch mit diesem gewissen Akzent sprechen oder singen. Ich mag es auch, wenn sie mit EROS RAMAZZOTTI-Brille posen und dabei Leder-mäßig daherkommen. Mag ich auch Prog Metal dieser italienischen Truppe?

„The Prophecy“ ist eigentlich das erste Album der Band GEMINY, nachdem sie 2006 eine Promo mit fünf Songs herausgaben und 2010 eine PreProduction mit vier Tracks. Und diese Titel finden sich alle wieder auf dem 2012er-Album, „Temple Of Heroes“ gleich zweimal. Warum also sollte man das Album dann kaufen? Weil es noch einige neue Tracks enthält. Vorausgesetzt natürlich, der Sound gefällt überhaupt.

Was uns auf der Seite erwartet ist ein Stück Musik, das sich durchaus Prog Metal nennen darf. Viele spannende Soundelemente, die Keyboards teilweise etwas grenzwertig, fast schon psychedelisch. Ansonsten gibt es druckvolle und präzise blastende Drums, eine unspektakuläre Bassline und Gitarren, die sich über weite Strecken eher im Hintergrund halten.

Das Album taucht immer wieder in poppige oder fast jazzige Sphären, beispielsweise bei „Temple Of Heroes“. Da werden etwa jazzige Keyboardelemente mit fetten Metalriffs an der Gitarre gemischt. Das Album wird so zur Herausforderung, wehrt sich hervorragend gegen Schubladisierung und einseitige Genrezuordnung. So gesehen wirklich Prog – allerdings zu wenig Metal.

Nicht zu überzeugen mag die Stimme von Francesco Filippone. Einerseits kämpft er mit den Höhen, andererseits trifft er schlicht nicht alle Töne - etwa bei „Trinity Necklace“. Seine Stimme schwankt zwischen Rock und Oper und ist entweder nicht ausgereift oder zu wenig geschult. Verzeihung, aber irgendwie ist das Freddy Mercury für Anfänger.

Es gibt, lasse ich die Stimme mal weg, durchwegs auch Positives zu vermerken. „Evil Eye“ zum Beispiel ist ein Brett. Da arbeitet Filippone stärker in seiner mittleren Stimmlage, kommen eine zweite, hohe Stimme und eine leicht growlende dazu. Zudem ist das Intro richtig fetzig. Auch „Nordic Sea“ kann sich hören lassen, hier tritt für einmal eine gute Gitarre hinter dem Vorhang hervor.

Das Album hat gute Ansätze, vermag in Teilen zu überzeugen, bietet kreative Ansätze. Aber es ist nicht rund, wirkt unfertig und nicht ausgereift – insbesondere, wenn man den langen Entwicklungszeitraum von mindestens sechs Jahren bedenkt.
Potenzial ja – Überzeugungskraft nein.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Danny Frischknecht (26.01.2013)

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