Crashdiet - The Savage Playground

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VÖ: 25.01.2013
Bandinfo: CRASHDIET
Genre: Sleaze Rock
Label: Frontiers Records
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Lineup  |  Trackliste

Das dritte Album „Generation Wild“ war bei seinem Erscheinen vor drei Jahren ja jetzt nicht so der große Bringer und so haben sich die schwedischen Taft-Frisuren und Die-Hard-Glam-Rocker CRASHDIET nun wieder mal drei Jahre Zeit gelassen, um den neuen Studiorundling „The Savage Playground“ fertigzustellen. Gleich anfangs positiv anzumerken ist die Tatsache, dass sich das Stockholmer Quartett dieses Mal keiner Frischzellenkur unterziehen musste, sondern das Line-Up endlich konstant halten konnte. Das bringt mit sich, dass Shouter Simon Cruz nun die zweite Chance erhält den viel zu früh verstorbenen (2006) Ur-Sänger Dave Lepard in Vergessenheit geraten zu lassen.

Das gelingt dem Blondschopf hier zumindest bedingt, denn obwohl Cruz noch immer nicht an Stimmvolumen und Grazie Lepard’s herankommt, hat er ordentlich an Variabilität zugelegt. So rattert auch die Instrumentalfraktion der Schweden mit tierischer Freude über den „wilden Spielplatz“ und hat sich für das neue Teil durchaus aus dem gewohnten Rahmen bewegt. War man von CRASHDIET bislang wild-rockende, unheimlich eingängige Glam-Rock-Perlen im Sleaze-Gewand gewohnt, legen sie nun auch eine feine Packung Experimentierfreudigkeit nach. Für den geübten CRASHDIET-Jünger bedeutet das durchaus eine nicht zu unterschätzende Herausforderung, denn Filmscore-Einlagen („Snakes In Paradise“), offensichtliche Punk-Rock-Licks („Damaged Kid“) oder schweinerockende Western-Gitarren mit MARILYN-MANSON-Beat („Cocaine Cowboys“) war die treue Fanbase bislang nicht gewohnt.

So braucht es tatsächlich eine gewisse Zeit, um mit dem (überlangen) Material der Skandinavier klarzukommen und zarte Bande zu schließen. Natürlich gibt’s mit Songs wie „Change The World“ oder „Anarchy“ auch flott-fetziges Material in bester Backkatalog-Tradition zu bewundern, aber den Großteil der Zeit schwanken CRASHDIET zwischen unterschiedlichen Subgenres und scheinen dabei ihre neue Heimat nicht gefunden zu haben. So knallt etwa „Circus“ wirklich großartig aus den Startlöchern, verwandelt sich bei Fortdauer aber in eine Rock’n’Roll-Partyhymne ohne weitere Substanz. Und die einleitende Experimentierfreudigkeit bei „Excited“ geht so derbe am Bandkonzept vorbei, dass man tatsächlich eine aufkommende Midlife-Crisis bei den Musikern verorten würde. Doch wenn der Kommerz ruft und Erfolg kommt, dann bricht man schon mal gerne aus gewohnten Schemen aus.

Einen halben Extrapunkt gibt es für die wirklich knackigen Hymnen auf „The Savage Playground“ – alles in allem sehnt man sich aber so stark wie nie nach den tollen Anfangstagen der Band (Remember „Rest In Sleaze“ aus 2005) zurück. Trotz diverser Mängel ist das Teil für alkoholgeschwängerte Hauspartys prädestiniert – hoffen wir nur, dass sich CRASHDIET in absehbarer Zeit wieder auf ihre Stärken besinnen, denn seither haben die Jungs nichts mehr wirklich Aufregendes in die Welt gesetzt.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (22.01.2013)

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