Enforcer - Death By Fire

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VÖ: 01.02.2013
Bandinfo: ENFORCER
Genre: Speed Metal
Label: Nuclear Blast GmbH
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Lineup  |  Trackliste

Heilige Scheiße – was für ein Jahresbeginn! Kaum pfeffern uns die norwegischen (neuerdings!) Classic-Rock-Künstler AUDREY HORNE einen frühreifen Kandidaten für das „Album des Jahres“ entgegen, kontern bereits am selben Tag die schwedischen Old-School-Fetischisten ENFORCER, die mit ihrem dritten Studioalbum „Death By Fire“ endgültig in den siebenten Himmel lederliebender Kuttenträger eintreten werden. „Into The Night“ war 2008 noch ein beachtliches erstes Beschnuppern der Musiklandschaft, mit dem hervorragenden Nachfolger „Diamonds“ (2010) sorgten die Jungs nicht nur für ihren Durchbruch und gut gefüllte Clubs, sondern auch für einen Vertrag beim Branchenriesen Nuclear Blast, der das schmucke Four-Piece (Gitarrist Adam Zaars ist seit 2011 Geschichte) mit seinen werbetechnischen Möglichkeiten endlich ganz nach oben spülen sollte.

Der Vorgänger hat mich ja schon ziemlich sprachlos gemacht, aber was Sänger Olof Wikstrand und Konsorten auf ihrem neuen Teil zelebrieren, kann man getrost und unbescheiden als „Masterpiece“ bezeichnen. Das beginnt schon bei den sanft einläutenden „Bells Of Hades“, die den unbedarften Hörer in falscher Sicherheit wiegen, bevor ENFORCER mit „Death Rides This Night“ die obergeile Old-School-Metal-Sau durchs Dorf, ach Blödsinn, durch das ganze Land jagen. Das Speed-Metal-lastige Riffing am Beginn erinnert euch völlig zurecht an pickelige METALLICA-Tage zu „Kill ´Em All“-Zeiten (1983) und vermischt sich im weiteren Verlauf mit akustischen True-Metal-Derivaten. „Run For Your Life“ startet im unwiderstehlichen Highspeed-Tempo durch, glänzt mit Wikstrands stilechter Mörderstimme und schmucken Gitarrensoli. Richtig fett wird’s dann mit der Poser-Hymne „Mesmerized By Fire“, die 1:1 auf der MÖTLEY-CRÜE-Kultscheibe „Too Fast For Love“ stehen könnte.

ENFORCER wären aber nicht ENFORCER, würden sie nicht auch mit großer Liebe und Hingabe IRON MAIDEN zitieren und so bleiben vor allem das galoppierende „Take Me Out Of This Nightmare“ und die fast schon provokant nach den Jungfrauen klingende Ohrwurmhymne „Crystal Suite“ als hervorragende Ehrerbietungen in den Gehörgängen hängen. Ihr glaubt es geht nicht mehr geiler? Haha… Unwissende! „Sacrificed“ ist von 00:01 bis 05:34 so ziemlich das geilste Stück Heavy/Thrash/Speed-Metal, dass ich in meinem jungen Leben auch wirklich livehafig hören durfte (dass ich Anfang der 80er-Jahre noch in Abrahams Wurstkessel schwamm, ist nicht meine Schuld…)! Up-Tempo, fette Gitarren, aggressives Shouting und viel Melodie. Mein Gott, ist das fett. Aber Moment – einen haben wir noch. Und zwar den epischen Doppelpack „Silent Hour / The Conjugation“, der als herrlicher Metaltrack beginnt und als verspieltes und vor allem durchdachtes Instrumental endet. Nicht nötig zu sagen, dass euch auch der Closer „Satan“ aus den faden Winterpantoffeln knallen wird, oder?

Selbstverständlich stehlen sich ENFORCER auch auf „Death By Fire“ kompromisslos durch die Metalhistore, lassen neben METALLICA, CRÜE und MAIDEN auch wieder massig ANGEL WITCH, MOTÖRHEAD, TANK, DIAMOND HEAD und weiß der Teufel was noch alles in ihren Sound einfließen, aber im Gegensatz zu einer Vielzahl an kreativitätsmürben Epigonen dieser Legenden, führen die Schweden das heiße Erbe nicht nur mit Können, sondern auch mit Herz und unbändiger Spielfreude fort. „Death By Fire“ ist ohne Zweifel eines der allergeilsten Stücke Heavy Metal, das nicht schon in den 80er-Jahren das Licht der Welt erblickt hat und sollte ENFORCER nun wirklich an die Spitze spülen können. Fuckin‘ Need More Space To Jump And Bang!



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (28.01.2013)

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