OLD FUNERAL - Our Condolences (1988-1992)

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VÖ: 15.02.2013
Bandinfo: OLD FUNERAL
Genre: Death Metal
Label: Soulseller Records
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Lineup  |  Trackliste

OLD FUNERAL sind aufgrund der illustren Bandmitglieder Kult. Für manche vielleicht etwas weniger, immerhin werkte ein gewisser Kristian „Varg“ Vikernes, der auch unter dem Pseudonym Count Grishnackh (BURZUM) mehr als zweifelhaften Ruhm erlangte, ebenfalls bei den Norwegern. Doch auch ein gewisser Olve Eikemo bediente die Saiten, der später als Abbath mit IMMORTAL Karriere machen sollte. Weiters mischten im Laufe der Zeit (ungeprüften Informationen zufolge spielten die Genannten jedoch zu keiner Zeit gemeinsam in der Band) auch Jorn Tunsberg (HADES ALMIGHTY) oder Demonaz von IMMORTAL mit.

Anfänglich wohl eher als Funprojekt (siehe z.B. den wohl an METALLICA angelehnten Demo-Titel "The Fart That Should Not Be") gestartet, wütete die Band mit dem lächerlich anmutenden Bandnamen im Zeitraum von Mai 1988 bis Oktober 1992. Und genau aus diesem Zeitraum wurden wohl alle hörenswerten Zeugnisse des produktiven Werkens der in wechselnder Besetzung agierenden Band gesammelt und nun veröffentlicht. Mit den späteren Black Metal-Großtaten der Beteiligten hatte das von OLD FUNERAL eingetrümmerte Material allerdings noch weniger zu tun. Death Metal war der Sound der Stunde, und die Norweger hatten sich dem verschrieben, wenngleich die schon seit geraumer Zeit vor sich hintrümmernden MAYHEM (die „Deathcrush“-EP erschien immerhin bereits 1987) wahrscheinlich schon einen gewichtigen Einfluß (zumindest vom Spirit her) auf die lärmenden Bergener Jungspunde hatten, wie die OF-Songs auch von Thrash-Reminiszenzen durchzogen sind.

Wenngleich das veröffentlichte Material beileibe nicht schlecht ist, muss doch klar festgehalten werden, dass OLD FUNERAL musikhistorisch nie wichtig waren und sich der Kult fast ausschließlich auf die Besetzungsliste der Band gründet. Für Komplettisten und Kultverehrer (die das über Hammerheart Rec. veröffentlichte Album sowie das Livealbum eh schon ihr eigen nennen) enthält die nun (auch als DLP) veröffentichte Compilation sehr rares Material (Demo- und Liveaufnahmen, Fotos) und auch sonst schwer erhältliches Zeugs. Zudem wurden der Info zufolge sämtliche Tracks in ihrer Ursprungsfassung belassen, was also quietschig übersteuerte und authentische Studio- (samt Rumpeldrums und Hallvocals) und vor allem infernalische Liveaufnahmen (man höre CD1) garantiert.

Mit dem nun veröffentlichten Longplayer sollte wohl alles zum Thema OLD FUNERAL gesagt sein. Während IMMORTAL später durchstarteten und den ihnen von vielen nachgesagten Sell-Out des Black Metal (u.a. aufgrund der Supportrolle auf der Tour mit MORBID ANGEL) vorantrieben, drehte Mr. Vikernes vollends am Rad, begründete mit dem Debut und der EP zwar den (Ambient-) Black Metal mit, darf ansonsten allerdings getrost für verrückt erklärt werden. Mit fortschreitender Spieldauer wird man somit nicht nur zum dunklen Ende der Band im Jahre 1992 geleitet, sondern darf sowohl den Aufstieg des Black Metal als auch in schneller Abfolge das Aufschlagen eines der schwärzesten Kapitel des Norwegen jener Tage mitverfolgen.



Ohne Bewertung
Autor: Thomas Patsch (04.02.2013)

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