Sonic Reign - Monument In Black

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VÖ: 01.02.2013
Bandinfo: Sonic Reign
Genre: Black´n´Roll
Label: Apostasy Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Gute Güte, die Jungs haben sich aber Zeit gelassen. Ich kann mich gut daran erinnern, als ich an einem Samstagvormittag im Grazer Saturn, schwerst restfett, die Heavy-Metal-CD-Ecke abgegrast habe und zum fanfreundlichen Preis von zehn Euronen so manch feine, aber auch so manch unbekannte Metal-Blade-Records-Scheibe eingepackt habe. Unter den (mehr oder weniger) Schmuckstücken befand sich auch eine Band namens SONIC REIGN mit einem Album namens „Raw Dark Pure“. Das Cover schrie mir zwar „Oida, das ist Melodic Death“ ins gezeichnete Gesicht, aber der Albumtitel ließ in mir sofort erregende Satyr-, Abbath- und Samoth-Gefühle aufkommen, womit ich gar nicht so falsch lag.

SONIC REIGN sind Bayern, haben auf ihrem Debütalbum das großartige SATYRICON-Album „Now, Diabolical“ quasi kopiert (wobei kaum möglich, da fast zeitgleich erschienen) und mir – trotz fehlender Innovation – nicht nur ein fettes Grinsen im Gesicht, sondern eine dauerposende Faust in Richtung Himmel beschert. Mir ist bis heute nicht klar, auf welchen Drogen sich Kollege Pr0m3th3us befand, da er das monströs-geile Album mit einer biederen Durchschnittsbewertung abfertigte. Mehr als sechs Jahre hat das Duo Benjamin Borucki (voc, all strings) und Sebastian Schneider (dr) gebraucht, um mit „Monument In Black“ einen wahrlich unbescheiden betitelten Nachfolger nachzuschieben.

Doch das Warten hat sich gelohnt! Mittlerweile kleinere Brötchen backend – da bei Apostasy Records unter Vertrag stehend – ereifert sich das diabolische Duo aber auch nach schier endloser Abwesenheit noch immer geschickt durch die dunklen, morbiden und vor allem rockigen Untiefen des Black Metal, Koksnase Satyr noch immer stolz als Vorbild verwendend. Black’n’Roll ist sowieso das perfekte Stichwort für die trocken produzierten und ungemein eingängigen Schwarzwühler. Bereits „Abhorrence Vs. Scum“ und „Clouds Above The Desert“ brechen amtlich Genicke, doch mit „The Whisperer In The Dark“ fahren SONIC REIGN erst richtig Programm. Klirrende Gitarren, szenetypisches Keifgekrächze und das angenehm NICHT in den Vordergrund gemischte Rhythmusschlagzeug setzen ordentlich Frost in euren Oberstübchen an.

Richtig fett wird die ganze Geschichte dann mit dem achteinhalb-minütigen Titeltrack, der sowohl in punkto „Bad-Ass-Attitüde“ als auch in punkto majestätische Erhabenheit in der Genre-Champions-League zum Elferpunkt antritt. Rechtes Kreuzeck – Tor. Vom URGEHALesken „Uuugh“ zu Beginn über die rollende CELTIC-FROST-Monotonie bis hin zum schwungvollen Mittelteil sitzt dem Duo der morbide Schalk permanent im Nacken. Dass die restlichen drei Songs nach diesem Musterbeispiel automatisch abfallen müssen ist fast logisch, aber die hohe Grundqualität der ersten Albumhälfte können SONIC REIGN – mit leichten Abstrichen in der B-Note – auch in die zweite Halbzeit mitnehmen. Dass das Album eigentlich schon fast zwei Jahre alt ist und SONIC REIGN durch endlos scheinende Labelprobleme nicht vom Fleck kamen fällt kaum auf. Für einen Großteil der Texte zeichnet übrigens ex-DARK-FORTRESS-Member Azathoth verantwortlich. Alles in allem ein weiteres Mörderteil – damit sollte den Bayern zumindest im Schwarzwurzelsegment der große Breakthrough gelingen. Das Teil hat nämlich auch nach mehreren Durchläufen noch verdammt hohe Qualität!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (29.01.2013)

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