Buckcherry - Confessions

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VÖ: 15.02.2013
Bandinfo: BUCKCHERRY
Genre: Rock
Label: Eleven Seven Music
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Lineup  |  Trackliste

Dass das schwertätowierte amerikanische Schwarnzrock-Kollektiv BUCKCHERRY im Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu den absoluten Topsellern zählt, in Europa hingegen gerade mal unter ferner liefen firmiert, haben wir schon im Review des grandiosen „All Night Long“ festgestellt. Nun sind zweieinhalb Jahre ins Land gezogen, in denen Gesangsexzentriker Josh Todd samt Konsorten sich wieder einmal den Arsch abgetourt (O-Ton Todd: „Pro Albumveröffentlichung spielen wir ungefähr 300 Konzerte“) haben, am Alten Kontinent deshalb aber trotzdem nicht wirklich an Reputation zulegen konnten. Es ist eine Krux mit dem Erfolg, denn „Confessions“ ist bereits das sechste Studioalbum – das vierte seit der Wiedervereinigung – mit dem sich BUCKCHERRY auch hierzulande in höhere Chartregionen rotzen möchten.

Das Material dazu haben sich auch anno 2013 – ohne Frage. Allein schon der Opener und die erste Single-Auskoppelung „Gluttony“ ist ein feuriger Spät-80er-Jahre-Ami-Rocker vor dem Herrn. Textzeilen wie „you say I drink too much, you say i fuck to much – what the fuck am I supposed to do?“ deutet Todds Wut auf Regeln und Einschränkungen an – hier wird lyrisch halt in bester MÖTLEY CRÜE- oder GUNS N‘ ROSES-Manier in die Rock’n’Prollige Klischeetüte gegriffen. Todds Stimme ist auch dafür verantwortlich, dass der gediegene Ami-Rock eine kräftige Dosis Punk- oder Rotzrock-Attitüde ausstrahlt. Der kleinste gemeinsame Nenner dürfte dennoch das letzte SLASH-Soloalbum „Apocalyptic Love“ sein, denn von der Grundausrichtung rauschen BUCKCHERRY genau in diese Richtung.

Anfangs überrascht vor allem die schwungvolle, meist fein riffende und melodisch nach vorne rockende schnelle Grundausrichtung, doch die Masse an Balladen – die zu BUCKCHERRY gehören wie Misserfolg zum österreichischen Fußballnationalteam – steigert sich im Laufe des Albums zusehends. Mit „The Truth“ kommt die erste zwar erst bei Song vier, aber mit „Water“, „Sloth“ und dem wirklich gelungenen akustisch vorgetragenen Closer „Dreamin‘ Of You“ greifen die Kalifornier schon noch ein paar Mal tief in die Schmalzkiste. Aufgelockert wird die ganze Chose durch mal mehr („Greed“, „Lust“) oder mal weniger („Seven Ways To Die“, „Pride“) gelungenen Rock-Knallern. Produktion und Mix sind wirklich klar und gut gelungen, Todds Vocals sind hervorragend und das unfassbare Saitentalent von Gitarrist Keith Nelson steht außer Zweifel, aber so richtig zünden tut das gute Stück nicht. Und vom großen Bandwunsch, nämlich eine richtig fette Stadionrockband zu werden, kann man so noch lange träumen. Da fehlt es einfach an den Tophits, an durchdachterem Songwriting und wohl leider auch etwas am nötigen Talent, um wirklich in die Champions League zu stoßen.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (12.02.2013)

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