Lordi - To Beast Or Not To Beast

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VÖ: 01.03.2013
Bandinfo: LORDI
Genre: Hard Rock
Label: AFM Records
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Lineup  |  Trackliste

"To Beast Or Not To Beast" - als ich vor kurzem zum ersten Mal auf diesen Albumtitel gestoßen bin, war mir klar, dass die erfolgreichste finnische Monster-Combo im Metal/Hard Rock-Bereich, LORDI, wieder mit einem neuen Studiooutput am Start ist. Nachdem die Gruselbande rund um Mastermind Mr. Lordi seit ihrem (vor allem im heimischen Finnland erfolgreichen) Debüt "Get Heavy" im schönen Zweijahresrhythmus frische Alben auf den Markt geworfen haben, war es, knapp zweieinhalb Jahre nach "Babez For Breakfast", auch schon wieder höchste Zeit, ein Lebenszeichen aus dem eiskalten Rovaniemi verlauten zu lassen. Und mit "To Beast Or Not To Beast" senden LORDI ein wahrhaft starkes Signal aus und liefern einen relativ gelungenen Silberling ab, der mit 11 neuen Tracks aufzuwarten weiß.

Seit dem glorreichen Eurovision Song Contest-Sieg mit "Hard Rock Hallelujah" sind ja inzwischen auch schon wieder sieben Jahre ins Land gezogen und das damalige Niveau des zeitgleich veröffentlichten Albums "The Arockalypse" konnten LORDI in der darauffolgenden Zeit leider nicht mehr so wirklich halten. War "Deadache" noch eine großteils starke, mit mitreißenden Hard Rock-Nummern und eingängig-treibenden Riffs ausgestattete Platte, konnte mich "Babez For Breakfast" nur bedingt überzeugen. Zu viel wirkte aufgesetzt, improvisiert und unausgegoren, als dass die 2010er-Scheibe perfekt funktionieren hätte können. Dieses qualitative Zwischentief scheinen LORDI nun mit "To Beast Or Not To Beast" überwunden zu haben, denn die elf Songs wirken erneut punktueller, straighter und einfach ausgereifter in Sachen Songwriting. Einige kleine Neuerungen können ebenso vermeldet werden: Mit Hella und Mana finden sich seit 2012 zwei neue Bandmitglieder an Bord, die ihre Kostüme an den Keys und den Drums einnehmen. Der ansonsten obligatorische Opener namens "SCG" wurde dieses Mal ans Ende des Albums gestellt, um den Kurzzeit-LORDI-Drummer Otis, der erst 2010 in die Band eingestiegen ist und 2012 aus nicht bekannten Gründen tragisch aus dem Leben schied, eine Hommage zu präsentieren. Dabei handelt es sich um einen kurzen Live-Mitschnitt eines Solo-Drummings von Otis, was ich persönlich als sehr schöne Geste empfinde.

Da der "erwartete" Opener damit ausfällt, steigt die Platte gleich direkt mit "We're Not Bad For The Kids (We're Worse)" ein. Ob sich LORDI damit einen Gefallen getan haben, kann ich an dieser Stelle nicht sagen, denn obwohl der Song auf die Tube drückt und aggressiv um die Ecke schielt, fehlt dem Titel irgendwie der gewisse melodische Charme, um gleich zu Beginn wirklich punkten zu können. Ganz anders sticht im Gegensatz dazu das darauffolgende "I Luv Ugly" aus den Boxen - eingängig, hymnisch, treibend und mit dem unvergleichlich rauen Timbre von Mr. Lordi versehen, das ist, was LORDI ausmacht - diese Hard Rock-Attitüde, die manchmal in ROB ZOMBIE-Gefilde abdriftet und trotzdem zu jeder Sekunde melodisch, partytauglich und unglaublich eingängig ist. Diese Songs, die mir auf dem letzten Album so gefehlt haben, finden sich auf "To Beast Or Not To Beast" wieder vermehrt: Die Vorab-Single "The Riff" hat ebenso "Hard Rock Hallelujah"-Potential wie das rockig-hymnische "Something Wicked This Way Comes" (hat nichts mit ICED EARTH zu tun :)) oder die poppige Nummer "Horrifiction". Ebenso gut funktioniert das aggressiv startende "Happy New Fear" und das rhythmisch ausgefeilte "Candy For The Cannibal", das mich vom Stil her irgendwie ein wenig an "The Chainsaw Buffet" erinnert, bei dem seinerzeit Udo Dirkschneider am Mikro sein Bestes gab.

Während "Sincerely With Love" - unterstützt von EUROPE-lastigen Keyboardläufen und mit der eindeutigen Choruslinie 'Fuck You Asshole' - für sehr viel Spaß bei den anstehenden LORDI-Gigs sorgen wird, funktioniert "Schizo Doll" zwar ebenfalls ganz passabel, fällt aber im Gegensatz zu den zuvor genannten Titeln ein wenig ab. Wäre da nicht das unsägliche "I'm The Best", das spätestens nach einem Durchgang mit seinen ständigen Wortwiederholungen nervt, hätte "To Beast Or Not To Beast" größtenteils gute bis sehr gute Monster-Hard Rock-Nummern zu bieten. Weil wir die letzten zweieinhalb Jahre aber mit dem mäßig überzeugenden "Babez For Breakfast" auskommen mussten, würde ich vorschlagen, über den einen Ausrutscher und ein, zwei weitere störende Elemente einfach mal hinweg zu schauen und das lässige Retro-Coverartwork zu genießen, mit dem das Album ausgestattet wurde und sich einfach mal wieder rund 43 Minuten lang dem monströsen LORDI-Zirkus hinzugeben. Für alle, die den Rock nicht allzu ernst nehmen und denen "The Monsterican Dream" und "The Arockalypse" anno dazumal gefallen hat, die sollten bei "To Beast Or Not To Beast" unbedingt ein Ohr riskieren! Monster Up!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: mat (18.02.2013)

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