Thyrfing - De Ödeslösa

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VÖ: 01.03.2013
Bandinfo: THYRFING
Genre: Viking Metal
Label: Noiseart Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Geschlagene fünf Jahre musste man auf den Nachfolger von „Hels Vite“ warten. Das schwere Schlachtschiff THYRFING hatte ja zuletzt auch mit dem Anheuern des erfahrenen ehemaligen NAGLFAR-Reckens Jens Ryden wieder Aufwind erhalten und auch an musikalischem Gewicht zugelegt. Dieser frische (Rücken-)Wind wölbte die Segel nach vorne, die Ruhe der letzten Jahre bremste den Siegeszug der Wikinger aber ein wenig. Doch nun ist eine der führenden Viking Metal-Bands wieder zurück auf Kurs und geht auf große Reise. Die Schweden gehören zur Riege der ernsthaften Exponate (a la EINHERJER, FALKENBACH) im breiten Folk/Pagan/Viking-Betätigungsfeld, welche die seinerzeit von BATHORY entzündete Flamme weitertragen und das Feuer noch heller lodern lassen. Breitenwirksam ist das Ganze nicht wirklich, Bands wie MOONSORROW oder MANEGARM müssen sich damit begnügen, das eine oder andere, mehrheitlich jünger ausgerichtete Heiden-/Paganfest inmitten des hektischen, fellbehangenen Humppa-Gehampels mit ihren gleichsam erwachsenen Klängen aufzuwerten.

Schon der einprägsame Opener „Mot Helgrind“ lässt einen gleich mitgrölen, THYRFING haben sich für den Kampf mit „De Ödeslösa“ hochgerüstet. Mächtige Schlachtepen pflügen sich ihren Weg durch die hochschlagenden Wellen. Nichts soll sich dem musikalischen Treiben unter dem wolkenverhangenen, dunklen Himmel entgegenstellen. So begeistern etwa das majestätisch schreitende „Fordom“, das fein orchestrierte „Veners Förfall“ oder das tretende „Vindöga“, das von schweren Riffs nach vorne getrieben wird, bevor gerade der Rausschmeißer und Titeltrack noch einmal heftige, blackige Eruptionen in das ansonsten eher getragen-epische Soundkonglomerat mischt. Auf dem siebten Studioalbum zeigt sich wieder die Klasse und Erfahrenheit der Skandinavier. Trotz aller Epik, Keyboards und großer Melodiebögen klingen die Kompositionen nie zu ausladend und ausufernd, sondern kompakt, stringent und immer mit einem gewissen Härtegrad. Herausstechend weiters noch „Kamp“, das mit Klargesang überrascht und auch von der Instrumentierung (ebenso wie die Rhythmusvariation bei „Relik“) sehr stark geraten ist.

THYRFING sind zurück, die Segel sind gehisst, die Schilder poliert, das Waffenarsenal geschärft - aufmunitioniert mit ihrem neuen Album sollte sich den mächtigen und angriffslustigen Schweden wohl kaum etwas in den Weg stellen, sehr viel bessere Alben aus dem Genre wird es wohl 2013 nicht geben.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (26.02.2013)

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