NASTY - Love

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VÖ: 01.03.2013
Bandinfo: NASTY
Genre: Hardcore
Label: Beatdown Hardwear Records
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Lineup  |  Trackliste

Ladies And Gentlemen, We Proudly Present NASTY. Wenn der Großteil von euch hoch verehrten Lesern bislang noch nicht mit den belgischen Oberproleten in Berührung gekommen ist, dann habt ihr hier wirklich was nachzuholen. Das liegt gar nicht mal so am rüden Beatdown-Hardcore, sondern eher an der Asi-Attitüde, die sich die Westeuropäer mit rustikalem Verhalten und kompromisslosen Bühnenshows erarbeitet haben. Wer das deutschsprachige Fuck-You-Kommando also mal in seiner Gegend zu sehen bekommt – unbedingt hingehen. Die bisherigen Alben tragen übrigens die charmant-galanten Titel „Declaring War“ (2006), „Aggression“ (2008) und „Give A Shit“ (2010).

Wunderlich also, dass der vierte Longplayer auf den Blumenmädchen-Namen „Love“ hört. Imagekorrektur? Lebenswandel? Midlife-Crisis? Mitnichten. NASTY ballern uns 14 Tracks in 20 Minuten um die Ohren, haben absolut keine Lust auf Konversation oder Diskussion, sondern wollen einfach nur Heerscharen von blutenden Ohren im Circle-Pit begrüßen. Die Songtitel laden ebenso wenig zum fröhlichen Weidentanz wie die oberprimitiv durch den Äther geballerte Instrumentierung. „Hell On Earth“, „Look At Me And Fuck You“, „Zero Tolerance“ – noch Fragen? Eben. Besonders adrett donnert das auf Deutsch vorgetragene Misanthropen-Soundballett „Scheisse“ hervor.

Eine halbwegs vernünftige Bewertung abzugeben ist in etwa gleich schwierig, wie das Abrissquartett aus EU-Hausen ernst zu nehmen. Der völlige Verzicht auf Innovation oder Netiquette ist natürlich dem bewusst vorgetragenen Hartz-IV-Image geschuldet. Wenn ihr also eure Alte loswerden wollt, dann schiebt ihr zum Geburtstag einfach diese Platte auf den Gabentisch, oder – noch besser – leistet euch ein paar Euro für eine Konzertkarte. Im besten Fall wird sie euch kreidebleich geschockt die flache Hand auf die Backen donnern, im schlimmsten Fall könnte auch ihr Näschen brechen, wenn ihr die Unerwünschte ins Zentrum des tiefhosenhängenden Bühnenfront-Turnvereins schupft. Da man NASTY im Normalfall nur abgöttisch lieben oder abgrundtief hassen kann, gibt’s hier einfach den neutralen Mittelwert. Trashkompatibler Moshcore für Fortgeschrittene und Dosenpfand-Lebenskünstler.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (27.02.2013)

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