Okular - Sexforce

Artikel-Bild
VÖ: 04.03.2013
Bandinfo: Okular
Genre: Death Metal
Label: Regeneratice Productions
Hören & Kaufen: Amazon | Ebay
Lineup  |  Trackliste

Mit ihrem Debütalbum “Probiotic” haben OKULAR Ende 2011 aufhorchen lassen. Der Progressive Death Metal der Norweger hat mit tollen Songs, technischer Komplexität und einem hervorragenden Wechselspiel zwischen Härte und Melodien ein echtes Ausrufezeichen im Genre gesetzt. Mit „Sexforce“ ist jetzt der Nachfolger am Start.

Vom grob abgesteckten musikalischen Rahmen hat sich seit der letzten Scheibe nicht viel geändert – hier wird anspruchsvoller, progressiver Death Metal irgendwo zwischen der skandinavischen (BORKNAGAR, OPETH) und deutschen (NECROPHAGIST, OBSCURA) Schule geboten.

Leider stolpern OKULAR in die klassische Falle des zweiten Albums: Ausgehend von einem durchwegs gut angekommenen Debütalbum bleiben die Norweger nicht bei ihren Stärken, sondern versuchen, mehr mit dem Kopf als mit dem Bauch zu komponieren. Dann kommen meistens zwar technisch einwandfreie, komplexe Musikstücke heraus, die aber keine echten Songs mehr sind, sondern Riffsammlungen. Experimente und das Ausreizen von Grenzen ist ja an und für sich nix Schlechtes, nur ohne Leitfaden oder Konzept bleibt das Stückwerk.

Genau so etwas passiert auf „Sexforce“: Guter Sound, für sich genommen gute Riffs, allein das Material wirkt durch die vielen Tempo- und Riffwechsel sperrig und unzugänglich. Die Leichtigkeit des Debütalbums ist verflogen: An der Stelle von guten Songs mit progressivem Anstrich stehen verkopfte Aneinanderreihungen von Riffs.

Damit sei nicht gesagt, dass „Sexforce“ ein Reinfall ist: Das musikalische Handwerk ist hervorragend, es sind viele spannende Wechsel von sanften auf harte Teile vorhanden (z.B. bei „The Greatest Offender“ – tolle Dynamik!), die Melodien weichen ab und zu wohltuend vom Standard-Dur/Moll ab (man höre die seltsam anmutenden, aber trotzdem eingängigen Melodien vom Opener „House Full Of Colours“), und ruhige Momente („The King Of Life“, „To Ring The Bells Of Truth“) wechseln sich mit Nummern mit erhöhtem Härtegrad ab („Feast Upon The Illusory“ oder „Birth Through Loss“).

Nimmt man „Sexforce“ als allein stehendes Album, kann man durchaus mit dem Gebotenen zufrieden sein. Allein im Vergleich zum hervorragenden Vorgänger erkennt man, dass OKULAR ihr zweifellos vorhandenes Potential diesmal nicht ausschöpfen konnten. "Sexforce" ist Stückwerk - aber auf hohem Niveau.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Luka (04.03.2013)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE
WERBUNG: LAMB OF GOD - Lamb Of God
ANZEIGE