BLOOD TSUNAMI - For Faen

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VÖ: 15.03.2013
Bandinfo: BLOOD TSUNAMI
Genre: Thrash Metal
Label: Indie Recordings
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Und schon haben wir wieder etwas Neues von den Norwegern von BLOOD TSUNAMI.
Gut, das letzte Album stammt auch schon wieder aus dem Jahr 2009. Seitdem gönnte man sich einen neuen Bassisten und ein ebenso neues Label.

Musikalisch hat sich auch einiges getan. Weg sind die Heavy Metal-Reminiszenzen und die schwedischen Einflüsse.
"Thrash played by punks", sagt das Infoblatt. Mag sein, die Punk/Crusteinflüsse sind auf jeden Fall da und erinnern bisweilen an eine nicht so fruchtige SODOM-Phase, die mit Andy Brings nämlich.

Allgemein ist man deutlich kürzer in den Songs geworden, beinahe durchgehend sehr zügig und mit Melodien geizend. Sehr heavy und sehr direkt. Sehr wie alte SLAYER, KREATOR (die hektischen Drums) und eben SODOM.
Anfangs konnte ich mit den gerade einmal 31 Minuten nicht wirklich etwas anfangen. Das Album zischt in den ersten Durchgängen im Hyperspeed an einem vorbei und ließ mich ratlos zurück.
Riffs, Speed und heiseres Gebelle. Rudimentäre Refrains, sich sehr stark ähnelnde Songs. Dafür ist wohl der Punkeinfluss als Schuldiger zu nennen. Die Riffs sind zwar knackig, zügig und schön heavy, allerdings aber auch austauschbar. Nicht alle, aber doch sehr viele.
Ein für mich schwieriges "einerseits aber andererseits"-Album.
Einerseits klasse Riffs, starke, sehr natürliche Produktion, andererseits zu kurze, zu austauschbare Songs.
Einerseits lacht einem betagten Herren wie mir das Herz im rotunden Leibe angesichts der Alte Schule-Thrashanleihen, andererseits fehlen der Zauber dieser vergangenen Tage und vor allem das Songwriting.

Wobei man sicher gut daran tut, dem Album eine Chance zu geben. Für kurzweiliges Vergnügen passt das Geschoß schon. Glücklicherweise beschränkte man sich eben auf eine starke halbe Stunde. Für die Kürze des Albums reichen die zehn Songs dann auch. Es wird nicht wirklich langweilig - andererseits (sorry, musste kommen) aber... naja, es vermag sich eben doch nicht der, schon oben erwähnte, Zauber einstellen.
Das Thrash-Revival fordert eben auch ein paar Opfer. Neben Könnern gibt es eben auch Makulatur. BLOOD TSUNAMI als vernachlässigbar einzustufen, soweit würde ich nicht gehen. Sie kreisen in der Mitte zwischen Gut und Schlecht. Lassen immer wieder aufhorchen, aber für einen wirklichen Meuchler ist es einfach zu wenig.

"For Faen" soll so viel wie "For Fuck´s Sake" heißen - gut, damit werde ich mich auf meinem Trip durch Norwegen über Wasser halten.

Old School Thrashpunk in rohem aber stimmigen Soundgewand, aber leider mit wenig Wiedererkennungswert.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (10.03.2013)

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