Hypocrisy - End Of Disclosure

Artikel-Bild
VÖ: 22.03.2013
Bandinfo: Hypocrisy
Genre: Death Metal
Label: Nuclear Blast Records
Hören & Kaufen: Amazon | Ebay
Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Das hat diesmal ja gedauert. So lang wie selten zuvor – nämlich ganze vier Jahre – hat der Herr der Augenringe, Peter Tägtgren, die zahlreichen HYPOCRISY-Maniacs auf ein neues Studioalbum warten lassen. Faulheit darf man dem Spitzbärtchen natürlich nicht attestieren, denn mit seiner Hauptcombo PAIN lässt sich mittlerweile nicht nur gut veröffentlichen, sondern auch gut verdienen und außerdem scheint der gute Petzi gefühlte zehn Alben pro Woche in seinen legendären Abyss Studios produzieren. Bei dem Arbeitspensum, vermischt mit der großen Vorliebe für Alkoholiker aller Art, also kein Wunder, wenn der Workaholic immer wieder hart an der gefährlichen Gesundheitsgrenze balanciert.

Anfangs gleich mal eine geschriebene Beruhigungspille für alle Old-School-HYPOCRISY-Maniacs – die Schweden gehen auf Studiorundling Nummero Zwölf wieder zwei Schritte zurück und das ist keinesfalls negativ gemeint. Vielmehr rutscht Peterle mit „End Of Disclosure“ wieder verstärkt auf das „The Fourth Dimension“- und „Abducted“-Prinzip zurück und mengt seinem klar erkennbaren Band-Signature-Sound wieder mehr Melodielinien hinzu. Obschon vor allem der maschinelle Horgh-Einstieg „Virus“ als auch das ungewohnt Death-Metal-lastige „A Taste Of Extreme Divinity“ überdurchschnittlich starke Alben waren, kehren die Schweden erst jetzt wieder zu ihrem üblichen Erfolgsprinzip zurück. Auch wenn der einleitende Titeltrack nach mehrmaligem Durchlauf fast etwas zu viel Kirtags-Geschunkel ist, trifft das langhaarige Trio im weiteren Verlauf fast durchwegs ins Schwarze.

Vor allem „Tales Of Thy Spineless“ und das heftig nach vor preschende „The Eye“ erinnern wohlig an die großen HYPOCRISY-Zeiten, ohne aber als bloße Kopie eben dieser zu verkommen. Bei allen Songs stehen die zwei wichtigsten Merkmale deutlich im Vordergrund: Tägtgrens einzigartig-kühle Gitarre und das Power-Geprügel von IMMORTAL-Fellverdrescher Horgh, der auch auf „End Of Disclosure“ eindrucksvoll beweist, dass ihm in Skandinavien nicht viele Metal-Kesseltreiber das Wasser reichen können. Aber das ist noch längst nicht alles, denn HYPOCRISY haben auch noch so richtig fette Highlights im Köcher. „44 Double Zero“ etwa ist eine derart gelungene Mischung aus melodiösen und knochenharten Death-Metal-Zitaten, dass einem die Kauleiste beim Staunen ins Bodenlose driftet. „Hell Is Where I Stay“ eine in dieser Intensität nicht für möglich gehaltene Doom/Death-Walze und „When Death Calls“ ist eine Bestie von Metalsong.

Zu sagen, HYPOCRISY hätten auf „End Of Disclosure“ wieder in die Spur gefunden wäre ob der grandiosen Vorgänger falsch, aber zweifellos überzeugen Peter und seine illustren Spießgesellen mit einem wunderbaren Ausflug in die eigene Vergangenheit, ohne die radikalere Spielweise der letzten Jahre zu vernachlässigen. Ob ihr das Teil jetzt besser oder schlechter als andere Alben in der reichhaltigen HYPOCRISY-Diskografie findet, müsst ihr subjektiv beurteilen. Ein hervorragendes Metalbrett ist „End Of Disclosure“ allemal geworden und von der ultrafetten Produktion fang ich gar nicht erst an…



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (15.03.2013)

WERBUNG: Uzziel
ANZEIGE
WERBUNG: NIGHTWISH - Decades: Live In Buenos Aires
ANZEIGE