Tears of Wrath - ...And Only Dust Remains

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VÖ: 27.07.2012
Bandinfo: Tears of Wrath
Genre: Melodic Death Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Das Debüt “Apocalypse Rising” von TEARS OF WRATH war 2008 ein ambitionierter Erstling der österreichischen Musiker, der allerdings mehrere Kinderkrankheiten aufwies. Die Musik wirkte damals durchaus erfrischend und angenehm roh, aber auch wenig originell und bisweilen etwas unausgegoren. Auch das Artwork und die Produktion waren damals noch etwas zu amateurhaft, um eine breitere Masse an Fans anzusprechen. Doch in den letzten vier Jahren scheinen sich die Wiener bemüht zu haben, professioneller zu agieren. Zumindest wirkt “.... And Only Dust Remains” um einiges reifer als der Vorgänger.

TEARS OF WRATH haben sich stilistisch kaum verändert. Man wildert nach wie vor im melodischen Death Metal der schwedischen Schule und klingt bisweilen nach alten IN FLAMES, aber partiell auch an DARK TRANQUILLITY oder AMON AMARTH. Die Vocals sind eher bei Herrn Friden als bei Herrn Hegg zu verorten, d.h. man verzichtet auf tiefe Growls. Ein Merkmal der Musik sind zweifellos die verspielten Gitarrenparts, die detailverliebt und melodisch sind, aber vor allem immer mit viel Widererkennungswert ausgestattet wurden. TEARS OF WRATH agieren zu jedem Zeitpunkt abwechslungsreich und arrangieren ihre Songs geschickt, ohne unnötigen Ballast mit sich herum zu schleppen. Als Referenzsongs von “…. And Only Dust Remains” seien an dieser Stelle “Messiah (Total Peace)”, das melodische “Into Battle” mit seinem epischen Touch, das düstere “Collective Moloch”, sowie das stark “inflameske” “Defeat The Morning” zu nennen. “Through Darkened Skies And Blood Red Suns” ist wiederum ein an AMON AMARTH erinnernder Song mit einer Orientierung an epischen Strukturen, was sich doch deutlich von der direkteren Herangehensweise der sonst zumeist knackigen MeloDeath-Songs unterscheidet.

TEARS OF WRATH machen nun definitiv vieles richtig. Doch was machen sie falsch? Eigentlich machen die Ostösterreicher nichts wirklich falsch. Und doch ist an mancher Stelle einfach noch mehr - bislang ungenütztes - Potenzial vorhanden. Denn das große Problem dieser Veröffentlichung ist ganz einfach, dass sich nur wenige dieser guten Songs zu absoluten Killersongs entwickeln. Obwohl alle Tracks prinzipiell gelungen sind, so würde man noch den einen oder anderen qualitativen Überflieger benötigen, um ganz vorne mitzuspielen. Ich traue es TEARS OF WRATH aber auf jeden Fall zu, bei der nächsten Veröffentlichung mehr als “nur” gutklassiges Songmaterial abzuliefern und werde die Entwicklung dieser Band weiter beobachten.

PS: Eines sollte noch mal gesagt werden: Wenn eine Band sogar Visitenkarten (!!!) eines Musikers in nettem Design mitschickt, dann wirkt dies professionell und hebt sich deutlich von der Masse der oftmals als Promomaterial versendeten “Schmierzetteln” ab. Bravo!



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: El Greco (24.03.2013)

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