Avantasia - The Mystery Of Time

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VÖ: 30.03.2013
Bandinfo: AVANTASIA
Genre: Power Metal
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste

"Es ist ein Märchen", so der schlichte Kommentar von AVANTASIA-Mastermind Tobias Sammet zu seinem neuesten Opus befragt. "The Mystery Of Time" knüpft damit nicht nur musikalisch, sondern auch inhaltlich an die ersten beiden "Metal Opera"-Alben von AVANTASIA an und wird nicht nur deswegen Fans der frühen Werke des Projekts erfreuen.

Maestro Sammet hat nämlich auch wieder eine erlesene Riege an erstklassigen Sängern aus dem Rock- und Metalbereich um sich geschart. Das beginnt bei AVANTASIA-Stammgästen der ersten Stunde wie Michael Kiske (ex-HELLOWEEN, UNISONIC) und Bob Catley (MAGNUM), geht über Neuzugänge wie Ronnie Atkins (PRETTY MAIDS) und Biff Byford (SAXON), und endet bei Überraschungen wie den Rock-Röhren von Joe Lynn Turner (ex-DEEP PURPLE, ex-RAINBOW) und Eric Martin (MR. BIG). Deren Stimmen veredeln wieder einmal die gelungenen und gefälligen Kompositionen von Tobias Sammet und erweisen sich im gegenüber den unmittelbaren Vorgängern deutlich musical-lastigeren Kontext von "The Mystery Of Time" als regelrechte Glücksgriffe.

Songwriterisch tobt sich Herr Sammet auch wieder aus und die zehn Tracks des Albums decken erneut ein breites Spektrum zwischen Speed-Granaten der Marke "Where Clock Hands Freeze", Balladen wie "What's Left Of Me" und überlangen Midtempo-Stampfern der Prägung "Savior In The Clockwork" ab. Das Songmaterial auf "The Mystery Of Time" liefert dabei ein insgesamt sehr homogenes Bild; in sich stimmig ist es geworden, das neue AVANTASIA-Album und kompakter als die drei Vorgänger-Scheiben, von denen Tobias Sammet selbst sagt, sie hätten mehr den Charakter eines "Tobias Sammet And Friends"-Projekts denn jenen eines AVANTASIA-Albums. Mit "The Mystery Of Time" begibt sich Tobias jetzt jedoch wirklich auf eine Zeitreise zurück zu den Wurzeln dessen, was für viele Fans zu Anfang des Jahrtausends die besondere Magie von AVANTASIA ausgemacht hat. Und das steht dem Projekt AVANTASIA sehr gut zu Gesicht.

Doch die Homogenität hat auch ihren Preis: Während "The Mystery Of Time" nämlich als Gesamtkonzept sehr gut funktioniert, gibt es kaum wirklich herausstechende Songs, wie sie auf den Vorgängern (nicht zuletzt dank der Partizipation von musikalischen Großkalibern wie ALICE COOPER, KLAUS MEINE und TIM "RIPPER" OWENS) noch zu finden waren. So muss Tobias Sammet auf seinem neuesten Output eigentlich keine Ausfälle verzeichnen, auch wenn zwei Balladen bei nur zehn Tracks insgesamt nicht unbedingt sein müssten - da hätte man am ehesten wohl auf "Sleepwalking" verzichten können, zumal die Power-Ballade "What's Left Of Me" unter der Beteiligung von Eric Martin der weitaus zwingendere Song ist - aber dafür gibt es auch keine absoluten Hingucker-Tracks wie ein "Toy Master", "Death Is Just A Feeling" oder "Dying For An Angel".

Und so nimmt nach zahlreichen Durchläufen "The Mystery Of Time" für mich eine Mittelstellung zwischen dem insgesamt etwas schwächeren "The Scarecrow" und dem dank abwechslungsreicheren Songmaterials und einigen Ecken und Kanten leicht stärkeren Doppelpack aus "The Wicked Symphony" und "Angel Of Babylon" ein; vor allem Fans der ursprünglichen Metal-Opera werden aber jedenfalls großen Gefallen am neuen AVANTASIA-Output finden, denn dass ein Tobias Sammet ein großartiges Händchen für starke Melodic-Metal-Kompositionen hat, ist mittlerweile hinreichend bewiesen; und auch auf "The Mystery Of Time" kann er seinen Status als einer der besten Songwriter dieser Tage bestätigen. AVANTASIA begeistern jedenfalls auch 2013; ob es sich jedoch für den Titel "Melodic-Metal-Album des Jahres" ausgehen wird, bleibt angesichts der in diesem Jahr doch sehr starken Konkurrenz durch neue Releases von Acts wie "unseren" SERENITY oder den wiedererstarkten STRATOVARIUS abzuwarten.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Dragonslayer (22.03.2013)

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