Milking the Goatmachine - Stallzeit

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VÖ: 29.03.2013
Bandinfo: MILKING THE GOATMACHINE
Genre: Grind Core
Label: Noiseart Records
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Lineup  |  Trackliste

Who Let The Goats Out? Diese Frage darf man sich angesichts des neuen Longplayers wohl stellen. „Stallzeit“ ist immerhin schon das vierte Album aus dem Stall der Deutschen. Ein derartiges Durchhaltevermögen samt einer ihnen treu ergebenen Fanschar (vornehmlich der jüngeren Altersgruppen angehörend) hätte ich den als Deutsche getarnten Bewohnern des Planeten GoatEBorg seinerzeit wahrlich nicht zugetraut. Mangelnde Konsequenz in der Umsetzung des oftmals belächelten Konzepts kann man den Geißenbrüdern Goatleeb und Goatfreed somit nicht vorwerfen. Zusätzlich muß ein größeres Maß an Kreativität vorliegen, sonst könnte die Brachialcombo um die beiden Stammziegenböcke dieses doch enge Korsett nicht über Jahre tragen und auch erweitern. Fakt ist jedenfalls, dass die 16 stiladäquat produzierten Huldigungen an das Huftier amtlich aus der heimischen Anlage drücken. Groovigen Death Metal (a la ILLDISPOSED) bekommt man leider vielfach sehr viel schlechter serviert.

Sound-, spiel- und auch songtechnisch ist also wiederum alles im grünen Bereich. Inmitten des Stop & Go-Verkehrs vermögen die fett rollenden Grooveriffs (wie etwa beim HELLYEAH-like daherwalzenden „Salt Lick City“ oder bei “ The Day I Lost My Bell“) besonders zu gefallen, Songs wie „Goatriders In The Sky”, der Opener oder der Titeltrack gehen sowieso geschmeidig ins Ohr. Witzig auch die Einleitung bei „Milk ´em All“ (Metal-Platten- und -songtitel-Anspielungen) oder die eingebauten Sound-Gimmicks („Strawless“). Eruptiver geht es etwa auf „Look At These“ zu, auf dem rabiaten “3 Room Shed“ oder „Udder Infection“ darf schließlich noch ein wenig ge-„Bree“´-t werden. Mit „Ace of Spades“ einen (neben „Breaking The Law“) der meistgecovertsten Metalschlager zu verwursten darf aber trotz allen Wohlwollens doch in Frage gestellt werden, als Bonus geht´s aber in Ordnung.

Auch wenn man dem Spaßalter schon entwachsen ist, huscht einem angesichts der zahlreichen und den Fans eigentlich sattsam bekannten „Goat“-Verballhornungen oder Titeln und Songideen wie „Whoola Hoove Groove“ doch der eine oder andere Schmunzler über das ansonsten ernsthaft dreinblickende Death Metal-Pokerface. Eine Band, die sich im Dreieck zwischen professionellem Groove/Death/Grind, Fun-Konzept und einer Prise Wahnsinn bewegt und ein Album, das an bewährte Qualitäten anschließt und diese gekonnt weiter verfeinert, können nicht sooo falsch sein. Die Maskierten können unterhalten, Metal ist schließlich eh oft ernst genug bzw. wird er oftmals viel zu ernst genommen! Nachdem das Ziegenduo das durchschnittliche Haltbarkeitsdatum eines solchen Konzepts bereits überschritten hat, darf man wohl auf weitere Schandtaten gespannt sein, die Halbwertszeit eines solchen Unterfangens muss wohl noch ausgetestet werden.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (21.03.2013)

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