WORMED - Exodromos

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VÖ: 29.03.2013
Bandinfo: WORMED
Genre: Brutal Death Metal
Label: Hammerheart Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Groß bis gewaltig war die Freude bei den Freunden des spanischen Gewaltballets WORMED, als das prügelnde Quintett mit der EP „Quasineutrality“ letztes Jahr ein nicht mehr erwartetes Lebenszeichen von sich. Fast acht Jahre lang waren sie nach ihrem genialen und in der Brutal- und Technical-Death-Metal-Szene hochrespektierten Debütalbum „Planisphaerium“ mehr oder weniger in der Versenkung verschwunden. Dass die Frickelmeister jetzt mit „Exodromos“ sogar noch das zweite Full-Length-Album nachschießen, ist nach dem großartigen neuen Werk von DEVOURMENT schon die zweite gute Nachricht für alle Knüppel-Lunatics innerhalb von nur wenigen Monaten.

Auf „Exodromos“ ist glücklicherweise alles beim Alten. WORMED gehen keine Experimente ein, verändern ihren Stil nicht und hatten offenbar auch keinen Bock, sich mit den Fans anzulegen, wie es viele andere Bands (IN FLAMES…) ja nur allzu gerne praktizieren. Irres Technik-Griffbrettgewixe trifft auf Nähmaschinen-artige, perfekt getimte Blastbeat- und Doublebasspassagen und vermengt sich mit dem kranken Organ von Shouter Phlegeton, der meist richtig tief grunzt, zwischendurch aber auch mal Lust auf quängelndes Pig-Gekreische hat. Das schlägt sich nieder in richtig geilen („The Nonlocality Trilemma“), ziemlich geilen („Multivectorial Reionization“) oder einfach nur geilen („Techkinox Wormhole“) Songs. Den Vogel schießen die Spanier ohnehin mit dem abschließenden Sechsminüter „Xenoverse Discharger“ ab – ein derart atmosphärisches, perfekt gespieltes und noch dazu erhaben klingendes Stück Technical-Death-Metal ist mir seit Ewigkeiten nicht mehr untergekommen.

Was WORMED im Vergleich zum großen Mitbewerb hervorhebt, ist aber auch noch die an Perfektion grenzende Dominanz an den Instrumenten, sondern auch das völlig Aufgehen in ihrer eigens geschafften lyrischen Welt. „Exodromos“ ist thematisch nämlich eine Art Prequel zum Debütalbum und dürfte den Sci-Fi-Fans da draußen die Sabber aus den Mundwinkeln treiben. WORMED haben sich schließlich schon vor zehn Jahren eine völlig eigene, fiktive futuristische Welt ausgedacht, die unter anderem von den letzten überlebenden Menschen auf einem fremden Planeten handelt, dessen Universum von einem Wurmloch verschluckt wird. Für genauere Recherche empfiehlt sich der Kauf beider Alben samt dem Lesen der Texte. Die Empfehlung gilt übrigens auch für all diejenigen, die einfach nur geilen Technical-Death mögen – den liefern WORMED nämlich mit spielerischer Leichtigkeit.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (20.03.2013)

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