Mayfair - Behind... (Re-Release)

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VÖ: 05.04.2013
Bandinfo: MAYFAIR
Genre: (undefiniert)
Label: Pure Steel Records
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Lineup  |  Trackliste

Zu früh von Kult zu sprechen passiert heutzutage leider immer wieder. Fast jeder Re-Release aus dem Jahre Schnee wird zu einem legendären, in keiner Sammlung fehlen dürfenden Jahrhundertwerk hochstilisiert, obwohl man dem Dargebotenen zur Zeit der Entstehung maximal ein halbes Ohr gewidmet hatte. Mit derartigen Kult-Referenzen umweht sind etwa auch die Vorarlberger Prog-Metaller MAYFAIR, deren 1993er Debütwerk „Behind…“ ehrlicherweise keinesfalls für das große globale Metalblätterwaldrauschen gesorgt hat, aber zumindest in den hieisigen Breitengraden doch ganz gut auftrumpfen konnte. Den Traditionsbewussten von Pure Steel Records verdanken wir es nun, dass das halbstündige Kurzstück noch mal neu aufgelegt wird – Anlass ist auch der Reformierung der Band selbst, die es nach fast 15-jähriger Abwesenheit noch einmal probieren möchte.

Was auf den sechs Tracks von „Behind…“ geboten wird, ist allerdings wirklich nur der Genre-Fanklientel zu erzählen, denn vor allem die klagend-näselnde Stimme von Frontmann Mario wird nur einer speziellen Riege an Metal-Freunden angenehm den Rachen runtergleiten. Neben den progressiven Ausflügen, die teilweise durchaus an die psychotische Walze erinnern, haben sich MAYFAIR auch sehr gerne – im damals populären – Gothic-Bereich („Madame Pest“) aufgehalten und so manchen Text (etwa „Schlaflos müde“) auf Deutsch eingesungen. Furcht vor Stilbrüchen oder kruden Klängen haben die Jungs aus Frastanz nicht gezeigt, viel mehr wirkt die Musik von MAYFAIR auch nach 20 Jahren noch immer herausfordernd, dissonant und gewöhnungsbedürftig. Eben kein Sound für Jedermann.

Wirklich interessant dürfte für kundige Aficionados aber die – ebenso wie das Grundalbum „Behind…“ – total remasterte zweite Scheibe sein, die uns Pure Steel mit auf den Weg geben. Neben den drei Songs des längst vergriffenen 1991er-Demos „Find My Screams Behind This Gate“ – damals eine Art Prequel zum folgenden Studioalbum-Debüt – gibt es noch acht, großteils unveröffentlichte oder bislang unbekannte Demosongs zu bestaunen, die allesamt in ein wirklich fettes Soundgewand gewickelt wurden. Wer seinen Metal gerne etwas abgedrehter und konfuser liebt, darf sich hier luftspringend auf den Weg zum nächsten Plattenhandler begeben, um ein heimisches Kleinod auszugraben oder wiederzuentdecken. Indes darf man hochgespannt sein, wie das im Laufe des Jahres 2013 zur Veröffentlichung geplante Comeback-Album klingen wird.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (29.03.2013)

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