DARK SERMON - In Tongues

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VÖ: 12.04.2013
Bandinfo: DARK SERMON
Genre: Extreme Metal
Label: Nuclear Blast GmbH
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Wenn man die wie immer sehr rasch gepflückten Vorschusslorbeeren glauben darf, dann sind DARK SERMON das nächste dicke Ding am Metal-Firmament. Moment mal, wer? Nur die Ruhe! Sollte euch der Name bisher entgangen sein, braucht ihr euch nicht schrecken, denn die jungen Amis sind ganz derbe Senkrechtstarter, die aus dem Stand einen Kontrakt beim Branchenriesen Nuclear Blast unterzeichnet haben. 2009 gegründet, haben sich die Jungs in den US of A vor allem durch ihre energetischen Liveshows einen Szenenamen machen können. Jetzt kommt das Debütalbum „In Tongues“ in die Läden und das gleich mit mehreren Knalleffekten.

Einerseits eben das fette Label als stillende Mutter, daneben wurde das feine Teil auch noch in der Heimat des Quintetts, den Audio Hammer Studios in Florida aufgenommen und weist einen dementsprechend fetten Sound auf. Wer sich vielleicht denkt, „hui, das Cover-Artwork ist ja auch ziemlich geil“, dem darf gesagt sein, dass es sich auch hier um keinen Newcomer, sondern um Eliran Kantor handelt, der schon Alben von TESTAMENT, HATEBREED oder SODOM veredelt hat. Was fehlt jetzt noch zu „Europe’s Next Top-Knüppelfabrik“? Genau. Eine möglichst angesagte, in ihrer Machart kompromisslose, aber irgendwie doch wiedergekäute Ausrichtung. Und wer sich durch die knackig produzierten Opener-Tracks „The Sheperd’s Staff“, „Imperfect Contrition“ und „Hounds“ gewühlt hat wird merken, dass THE BLACK DAHLIA MURDER nicht als Vorbilder, sondern als Kopiervorlage verwendet wurden.

Anders ist die Gleichmäßigkeit mit TBDM nicht zu erklären. Hier wie dort eruptive Blaststakkatos, hier wie dort ultra-angepisste Vocals, hier wie dort mächtig sägende Gitarren. Erst im Laufe der Zeit lösen sich DARK SERMON etwas vom mächtigen Schatten der Michigan-Prügler, im zweiteiligen „Forfeit“ zeigen sich die Amerikaner etwas gemäßigter, atmosphärischer und sogar Black-Metal-kompatibel. Überhaupt ist der zweite Teil des Albums wesentlich gediegener und entspannter, so als ob die Jungs den Großteil ihres Pulvers schon früh verschossen hätten – ein Problem, dass man bei jungen Bands auf Debütalben öfters erkennen kann. Großer Pluspunkt: Sänger Johnny Crowder ist wirklich ein Urviech vor dem Herren und für ein Erstwerk klingen die Songs richtig knackig, aber die Ähnlichkeit zu den großen Idolen ist einfach zu stark ausgeprägt, so dass mir hier eine ordentliche Portion Eigenständigkeit fehlt. Das gibt auch Abzüge in der B-Note. PS: Dass man zwei Tracks nach geile Bands benannt hat, mag vielleicht keine Absicht gewesen sein, ist aber dennoch geil!



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (04.04.2013)

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