Norse - All Is Mist And Fog

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VÖ: 05.11.2012
Bandinfo: NORSE
Genre: Black / Thrash Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

2006 haben NORSE ihre Debüt-EP "The Unrelenting" veröffentlicht und damit ihren Platz in der australischen zementiert.
Mit dieser Aussage kann man machen was man will, ich bin mir aber nicht so ganz sicher, was mir die Promo-Agentur damit sagen will.
Vielleicht sollte man dann doch mal nach Australien fahren, nur um sich diese Szene anzusehen.

Sei es wie es wolle, nach der EP 2006 ging es zwei Jahre später ins Studio um das Debütalbum "Hellstorm" einzuspielen. 2011 begaben sich die Beiden (die Band besteht eigentlich nur aus Treelo Herrington und "Frog" Stone, die beiden werden bei Auftritten von Sessionmusikern unterstützt) wieder ins Studio um das vorliegende "All Is Mist And Fog" aufzunehmen.
Ich stehe hier und kann nicht anders, als zuzugeben, dass mir die Australier bisher noch nicht bekannt waren. Das ändert sich offensichtlich mit diesem Release.
Und das ist gut so. Entginge mir und meinen geneigten Lesern doch ein kleines Juwel im Extremmetal-Sektor.
Extremmetal deshalb, weil es nicht einfach ist, die Jungs einzuordnen. Stimmlich und in schnellen Passagen drängt sich eine Schubladisierung in Richtung Black Metal auf, die aber sofort wieder durch extrem technische Einschübe zerschmettert wird. Und durch gewollte Atonalitäten, die mal zum Gelingen eines der neun Songs beitragen, mal eher nicht.
Black Metal, Death Metal, ein wenig Thrash, quasi ein BestOf-Mischung der heftigeren Spielarten.

Der Einstieg mit "Neglect" entscheidet vielleicht bei vielen schon darüber, ob das Album beim Hörer ankommt, oder eben nicht. Die schrägen Einschübe, die komplexen Taktmuster von Drummer Robin 'Frog' Stone und die wirr anmutende Strukturführung der Songs fordern zu Beginn einiges an Geduld. Sehr viel Geduld.
Hier schon entscheidet sich, ob man dran bleibt oder es sein lässt. Ich weiß, ich hab das schon im vorigen Absatz gesagt, aber die Scheibe ist deftig… Denn von den anderswo gelobten großen Melodien ist nicht wirklich viel zu hören auf "All Is Mist And Fog". Das ist bei wem auch immer nicht negativ gemeint sondern soll nur klar stellen, dass wir es hier nicht einer technischen Variante norwegischer Black Metal-Ausprägung zu tun haben. Das Album bringt kaum Melodien aber immer wieder einen gewissen Groove mit sich, daran kann man sich anfangs orientieren. Die 35 Minuten vergehen recht zügig, hat man doch bei den ersten Durchgängen schon mal damit zu tun, dem Gespielten überhaupt folgen zu können.

Allein das Schlagzeug rechtfertigt schon ein paar Durchgänge mit seinen äußerst komplexen Taktwechseln zwischen Blastbeates, Polyrhythmik und dann doch mal recht gradlinigem Drumming.
Der Gesang pendelt auch zwischen den Spielarten des extremen Metal und die Gitarren machen alles von frostigen Metalgebirgen bis hin zu halbverzerrten Interludien wie im letzten Drittel von "Magus".

Mir gefallen sie am besten, wenn sie straight daher kommen. Da tun sich mächtige Grooves und krachend kalte Riffmonster auf.
Der Rest ist sehr gewöhnungsbedürftig, für Musiker sicher eine Freude und wahrscheinlich Herausforderung.
Aber in Zeiten, in denen der sogenannte Untergrund größtenteils Müll produziert ist man dankbar für solche Veröffentlichungen, die einem eine längere Halbwertszeit abringen.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (02.04.2013)

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