L.A. GUNS - Tango On Sunset Strip (Hollywood Forever)

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VÖ: 28.03.2013
Bandinfo: L.A. GUNS
Genre: Sleaze Rock
Label: Collectors Dream Records
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Lineup  |  Trackliste

In den US of A bereits Mitte 2012 veröffentlicht, griffen die deutschen Collectors Dream Records zu und machen nun das ursprünglich nur mit dem Klammerzusatz als Titel veröffentlichte Album als „Tango On Sunset Strip (Hollywood Forever)“ auch den Fans in hiesigen Breitengraden zugänglich. Zusätzlich wurde das ursprüngliche Friedhof-Albumcover durch ein weit ansprechenderes Motiv ersetzt, vorliegender Longplayer war das erste Studiolebenszeichen seit dem 2005er „Tales From The Strip“-Album. Die Österreich-Live-Premiere (zum Livereport) der L.A. GUNS, bei der neben den Pflichtklassikern auch Songs dieses Albums gespielt wurden, entfachte das mittlerweile eingeschlafene Feuer für die fast vergessenen Helden vergangener Tage neu. Dass noch in vielen der alte Glam/Sleaze/Hair/HardRock-Spirit steckt, zeigte der Auflauf bei diesem Konzert und die Quasi-Euphorie, welche der bevorstehende SKID-ROW-Gig im beschaulichen Telfs in Tirol erzeugt.

Die L.A. GUNS haben auch ohne die Mitwirkung des mittlerweile ausgestiegenen Gitarristen und Gründungsmitglieds Tracii Guns wenig von ihren einstigen Qualitäten, die sie den ganz Großen des Genres auf dem Fuß folgen ließen, eingebüßt, gleich der Opener knüpft an alte Glanztaten an. Immer wieder bestechend ist die scheinbar beiläufige Coolness, die Nummern wie „You Better Not Love Me“ oder „Sweet Mystery“ trägt. Die US-Hard-Rocker überzeugen mit der genreeigenen Nonchalance, die Titel wie “Dirty Black Night” oder den Boogie-Sleazer “Queenie” auszeichnet. Trotz des fast schon gelangweilt wirkenden Charmes driften die Songs aber nicht in die Belanglosigkeit ab, die breitbeinig performte Up-Tempo-Nummer namens „Venus Bomb“, das sägende „Eel Pie“ oder die röhrende Coverversion „Arana Negra“ (auf Spanisch dargebracht) runden das gelungene Album ab.

Der Spirit der (im Schatten der großen stehenden) kleinen „Gunners“ ist zwar immer noch spürbar, Knochen, Herz und Gelenke zwingen die einstigen alles-zerreißen-wollenden-Jungspunde und Partyanimals aber doch ein wenig gebremster ans Werk zu gehen. Das neue Album zeigt die gereiften Rocker von ihrer erwachseneren Seite, ein wenig nachdenklicher und rekapitulierend („Underneath The Sun“, „Requiem (Hollywood Forever)“) geht das Quartett zu Werke. Dennoch findet sich immer noch die nötige Menge Restdreck unter den schwarz lackierten Fingernägeln, um auch im gesetzteren Alter – nostalgisch auf die Hochzeiten mit explosiven Club- und Arenashows und Goldauszeichnungen zurückblickend – noch authentisch und trotz aller ausgeglichener Ruhe einigermaßen frisch rüberzukommen. Dennoch: Die Zeiten, in denen der Sunset Strip förmlich gebrannt hat, Los Angeles der Nabel der Musikwelt war und wo der Lebensinhalt ausschließlich aus Wein, Weib und Gesang bestand, sind schon längst vorbei. Für sentimentale Erinnerungen an jene Tage (und vor allem die ersten drei Alben der Band) mag dieses Album jedenfalls bestens dienen, „können“ tun es die L.A. GUNS immer noch!





Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (15.04.2013)

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