Murder Construct - Results

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VÖ: 28.08.2012
Bandinfo: Murder Construct
Genre: Grind Core
Label: Relapse Records
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Lineup  |  Trackliste

Ach du Scheiße, hier gibt’s aber ordentlich aufs Maul! Der Bandname MURDER CONSTRUCT per se verspricht schon mal das genaue Gegenteil von im Wind tanzenden Weidenkätzchen und hoffnungsfroher Nächstenliebe. Ganz aufmerksame Stormbringer-Leser werden schon ex-Kollege Manuel Ennser’s hymnisches Review zur 2010er Einstands-EP „Murder Construct“ gelesen haben und dabei draufgekommen sein, dass man den Lautsprecher-Lautstärkeregler tatsächlich lieber mal nur im Halbgas bedient. Knapp eineinhalb Jahre nach diesem ersten Appetizer legt das All-Star-Kollektiv aus Los Angeles via Relapse Records (what else?) nun also die Debüt-Full-Length aufs Schlachtbankett und spritzt erfreulicherweise nicht nur mit Blut, sondern auch mit Eiter und diversen anderen Sekreten durch die Gegend.

Das Alles ist selbstverständlich nur metaphorisch gemeint, denn musikalisch legen MURDER CONSTRUCT keinesfalls innovative Klänge in die Waagschale, sondern bedienen sich vorwiegend bei den schwedischen Crust/Grind-Legenden NASUM, den unberechenbaren ROTTEN SOUND und in gewisser Weise natürlich auch von aller Grinder Idole, den oberkultigen NAPALM DEATH. Summa summarum gibt es hier also keinen Gore, sehr wenig Death Metal und dafür aber eine opulent bestückte Wagenladung Highspeed-Grindcore mit punkigen Riffs. Besonders fett klingt das, wenn MURDER CONSTRUCT einfach nur kompromisslos auf die Scheiße hauen, was gottlob oft passiert. Vorzeigetracks? „No Question, No Comment“, „Compelled By Mediocrity“ und das Blastbeat-Gewitter „Feign Ignorance“.

Wenn ihr beim Durchhören das Gefühl habt, die Stimme von irgendwoher zu kennen, habt ihr recht. Niemand Geringerer als CATTLE-DECAPITATION-Brüllwürfel Travis Ryan malträtiert seine Bändchen, um „Results“ noch die sprichwörtliche Süßkirsche auf den Aggro-Kuchen zu legen. Das All-Star-Team besteht ansonsten übrigens noch aus Muckern illustre Kapellen wie IMPALED, EXHUMED, NAUSEA, INTRONAUT oder BAD ACID TRIP. Alles andere als „a Kinderjausn“ also und daher vor allem für Fans zuvor angeführter Genregrößen zu empfehlen. Der einzige Ausritt ist das noisig-crushige Abschlussepos „Resultados“, mit dem sich MURDER CONSTRUCT hörbar vom Rumpel-und-Polter-Klischee freischwimmen möchten. Auch wenn „Results“ nicht über die volle Spielzeit überzeugen kann, ist das Ding eine totale Zerstörungsmaschinerie, die genau aus diesem Grund schon in den richtigen Schränken landen wird. Kill With Power!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (17.04.2013)

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