BLESSMON - ...Forever Cold

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VÖ: 11.01.2013
Bandinfo: BLESSMON
Genre: Black Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Ach du meine Fresse – was uns hier so misanthropisch, diabolisch und ganz und gar weltenvernichtend aus den Boxen entgegenknallt, klingt zwar ganz stark nach Trve Norwegian Black Metal, stammt aber aus dem weit weniger Hartwurst-romantischen Birkfeld in der Oststeiermark. BLESSMON wüten schon seit Jahrtausendbeginn durch die österreichischen Hallen, haben 2007 mit „Under The Storm Of Hate“ sogar ein durchaus beachtliches Debütwerk vorgelegt, scheinen dann aber durch Plattenfirmenprobleme, Berufs- und Studienwelt etc. wohl gröbere Zeit- und Motivationsprobleme gehabt zu haben. Nach sechsjähriger Wartezeit und mit veränderter Besetzung liegt uns aber endlich ein neuer Hassbatzen vor, dessen Titel „…Forever Cold“ nichts weniger als Programm ist.

Von der ersten Sekunde weg knallt uns das Quartett Maschinengewehrfeuersalven entgegen und würzt diese mit total angepissten, hasserfüllten Keif-Vocals. Das Eröffnungstrio „Kanonenfutter“, „Styrian War Machine“ und „Urgewalt“ zeigt schon im Titel wohin der Weg führt – hier wird auf Innovationen und Avantgarde dezent geschissen und lieber die Highspeed-Schwarzwurzel-Sau durchs Dorf gejagt. Eiskalte Riffs, infernalisches Kesseltreiben und die vordergründige „Leckt-mich-doch-alle-an-meinem-Corpsepaint-Arsch“-Attitüde sorgen für ein wirklich kurzweiliges Hörvergnügen und dürften sogar Selbstverstümmlern und Menschen mit Sonnen- und Frühlingsphobie ein paar Schmunzler ins Gesicht zaubern.

Am ehesten erinnert dieses hasserfüllte Treiben noch an MARDUKs umstrittenes Mach-6-Gekloppe „Panzerdivision Marduk“ – auch CARPATHIAN FOREST, KRYPT und in gewisser Weise alte DARKTHRONE lassen sich durchaus im BLESSMON-Sound verorten. Für Puristen sind die Rasereien in schön betitelten Songs wie „Berge in Flammen“, „My Honour Called Black Metal“ oder „Wenn der Werwolf tanzt“ natürlich Balsam auf die geschundenen Seelen, denn richtig knallender, ganz und gar alt klingender Black Metal ist heutzutage leider eh schon viel zu schwer zu finden. Langweilig wird das Ganze trotzdem nie. Warum? Weil echte Schwarzheim-Connaisseure genug Finten in den BLESSMON-Kompositionen finden werden. Vor allem die Doublebass- und Blastbeat-Stakkatos sind überirdisch gut und vom leidvollen Organ Kynslaghs werden Deibelsanbeter auch noch bei ihren schwarzen Wochenendzirkeln schwärmen. Eine echte Underground-Perle und die auch noch aus der Heimat. Kaufen!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (23.04.2013)

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