Krossbreed - The Art Of Suffering

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VÖ: 00.02.2013
Bandinfo: Krossbreed
Genre: Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Belgische Metalbands scheinen gegenwärtig Exotenstatus zu genießen. KROSSBREED zählen zu den seltenen Vertretern der Spezies "metallicus belgicus", sind aber eher den besonders recherchierwütigen Metalheads bekannt. Und dabei versuchen KROSSBREED seit jeher so wacker eine eigenständige Metal-Mixtur zu erschaffen, die dem oftmals kritisierten metallischen Einheitsgebräu entgegenwirkt. Dies hat sich auch mit "The Art Of Suffering" nicht geändert.

Die Fans der Band werden es gewöhnt sein, mitunter doch geduldig sein zu müssen. Denn "The Art Of Suffering" zündet beim ersten Durchlauf kaum. Bis auf die guten, aber nicht ganz unbekannten Groove-Riffs knarzt und rauscht das Material zunächst eher an einem vorbei. Was zu Beginn bereits auffällt, ist der merkwürdige und teilweise leider ordentlich deplatzierte Gesang. Das raue Organ des Sängers klingt in den besten Momenten originell, in den schlechtesten Momenten aber leider windschief und unpassend. Der Gesang verpasst dem Songmaterial eine eigene Note, die aber manchmal deutlich über das Ziel hinaus schießt. Schade, da die Band kompositorisch gar nicht mal ungeschickt agiert. Vor allem dann, wenn man sich etwas traut und z.B. eine Violine auf ungewöhnliche Art und Weise in den Thrash-lastigen Metal der Band einbaut ("The Art Of Suffering"), den Fuß auch mal vom Gas nimmt und unterschiedliche atmosphärische Schichten zum Tragen kommen lässt (z.B. das mit Streichern versehene "Lost Inside" oder das melodische, beinahe grungige "Disfigured" mit seinem dezenten ALICE-IN-CHAINS-Touch). Auch in den "Prügeltracks" vergisst man nicht auf die Refrains und kombiniert jenen "Melodiehauch" mit den dicken Riffpassagen wie etwa bei "Silver Lining".

Ja, das Songwriting ist oftmals originell und macht Freude. Und trotzdem gibt es ob der geäußerten Kritikpunkte nur eine eingeschränkte Empfehlung meinerseits. Denn was bringen mitunter gut gelungene Songs, wenn sie (grob verallgemeinernd gesagt) nicht ansprechend umgesetzt werden? Leider fällt der Gesang qualitativ ab und wird den einen oder anderen Hörer davon abhalten, sich genauer mit dem Dargebotenen zu befassen. Man agiert bei den Vocals bewusst vielseitig und originell, scheitert aber an der eigenen Vorgabe.

Damit bleibt "The Art Of Suffering" zumindest teilweise ein unterhaltsames Werk und KROSSBREED eine interessante Band, die sich kaum mit anderen Bands vergleichen lässt. Prinzipiell bleibt man eher dem modernen Thrash Metal treu, doch scheut man subgenrefremde Elemente zu keinem Zeitpunkt. Die raue Produktion lässt der grundsätzlich modernen Ausrichtung nicht zu viel Raum, um steril zu wirken. Ganz im Gegenteil: "The Art Of Suffering" knarzt und ruckelt, ohne komplett die Kraft aus dem Sound zu verbannen. Somit haben KROSSBREED vieles richtig gemacht und dennoch muss man prognostizieren, dass diese ambitionierte Veröffentlichung die Band nicht merklich nach vor pushen wird.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: El Greco (20.05.2013)

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