Azure Emote - The Gravity Of Impermanence

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VÖ: 04.04.2013
Bandinfo: Azure Emote
Genre: Progressive Death Metal
Label: Selfmadegod Records
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Lineup  |  Trackliste

„Musik ist Abenteuer im Kopf“ – so ähnlich muss wohl das Motto von AZURE EMOTE lauten. Auf „The Gravity Of Impermanence” wird progressiver Death Metal der allerhöchsten Güteklassen geboten, der den Zuhörer keinen Moment ausruhen lässt. Harsche Death Metal-Attacken wechseln sich mit den verschiedensten instrumentalen Versatzstücken aus anderen Genres ab. Stellvertretend dafür kann man gleich die ersten beiden Songs nehmen: „Epoch Of De-Evolution“ fängt mit kranken Synths mit Hardcore-Rave-Beigeschmack an, wechselt dann zum brutalen Death Metal und endet mit orientalischen Orgel-Ausschweifungen, bevor dann Operngesang und Klaviergeklimper „Carpe Diem“ einläuten.

Klingt anstrengend, ist es aber nicht. Die Band um Mike Hrubovcak (MONSTROSITY, VILE) schafft es trotz aller Vielfältigkeit und Tempo- und Stilwechsel, durch alle Tracks einen roten Faden zu ziehen, sodass man trotz mannigfaltiger Überraschungen immer den Song im Hinterkopf hat. Damit reihen sich AZURE EMOTE in die Reihen ähnlich gearteter und ähnlich hochwertiger Gruppen wie ARCTURUS, NOCTURNUS oder THE PROJECT HATE MCMXCIX ein. Von NOCTURNUS kommt die todesmetallische Verrücktheit, von ARCTURUS die schwarzmetallische, zirkus-affine Verschrobenheit und von THE PROJECT HATE MCMXCIX das Schwelgen in opulenten Arrangements.

Die oben genannten Bands liefern den Rahmen, in dem man „The Gravity Of Impermanence” grob verorten kann. Dann und wann tauchen dann auch Anklänge an Bands wie MESHUGGAH (beim technoid-rhythmischen „Annunaki Illuminati“), APOCALYPTICA (bei manchen Streicher-Arrangements, wie z.B. bei „Destroyer Of Suffering“) oder DIMMU BORGIR in der mittleren, eher Death Metal-affinen Phase (auch bei „Destroyer Of Suffering“) auf. Manche Vocal-Lines und kritische Texte erinnern auch an die jungen Schweden von OKULAR.

Nachdem sich alle Songs auf einem durchgehend hohen Level befinden, ist es schwer, einzelne Höhepunkte herauszugreifen. Für eine erste Hörprobe sei aber dennoch der Opener „Epoch Of De-Evolution“, „Dissent“ oder „Obsessive Time Directive“ genannt.

Als kleinen Makel an der Scheibe kann man anführen, dass die Produktion noch den letzten Druck vermissen lässt. Aber weil AZURE EMOTE als eine der wenigen Bands den schwierigen Spagat zwischen Progressivität und gutem Songwriting schaffen, ist die Höchstnote nicht weit entfernt. Fans von AC/DC und Konsorten werden mit „The Gravity Of Impermanence” zwar eher nicht glücklich werden, aber wer von der Eigendefinition „Misanthropic Avant-Garde Death Metal“ (übrigens auch eine der wenigen gut passenden Eigendefinitionen) nicht abgeschreckt wird, sollte unbedingt einmal reinhören.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Luka (18.05.2013)

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