Dark Moor - Ars Musica

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VÖ: 14.06.2013
Bandinfo: DARK MOOR
Genre: Melodic Metal
Label: Scarlet Records
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Lineup  |  Trackliste

Unbeständigkeit: Das ist das erste, was dem Schreiberling beim Namen DARK MOOR als erstes in den Kopf schießt. Unbestängigkeit in Anbetracht der zahlreichen Line Up Wechsel in der inzwischen 20jährigen Bandgeschichte, Unbeständigkeit aber auch im Songwriting der vorangegangen acht Studioalben. Obwohl man sich immer den symphonisch geprägten Power Metal auf die Fahne geschrieben hat widmete man sich früher dem flotten, melodischer ausgelegten Bombast irgendwo in der Schnittmenge zwischen RHAPSODY und FREEDOM CALL. Ab dem selbstbetitelten 2003er Output wollte man zusätzlich mit Einflüssen aus dem Dark Metal à la KAMELOT experimentieren. Auf den letzten zwei Releases variierte man des häufigeren bekannte Themen aus der Klassik zu eigenen Songs. Auch mit "Ars Musica" geht man wieder einen etwas anderen Weg als zuvor.

Nach dem orchestralen Intro zeigt der Opener "The Last Lance Of Spain" eigentlich schon genau die Marschrichtung der folgenden Songs auf: Man agiert weniger progressiv, eher beschwingter, die Songs sind basischer angelegt, das Orchester spielt eine untergeordnete, eher unterstreichende Rolle, während Drums, Gitarre und der gute Gesang von Alfred Romero in den Vordergrund rücken. Ausufernde C-Parts und vertrackte Soli-Frickeleien sowie Speed Ausbrüche sucht man anno 2013 vergebens. Höhepunkt eines jeden Songs stellt der immer sehr melodische und hymnische Refrain dar. Jedoch verlangen genau diese Refrains dem Höhrer des öfteren eine hohe Kitschtoleranz ab. Bewegen sich besagter Opener oder die erste Singleauskopplung "The Road Again" noch im für das Genre üblichen und verträglichen Maße, so übersteigen beispielsweise das schlumpfende "Saint James Way" oder das extremst fröhliche "It Is My Way" die übliche Schmerzgrenze des durchschnittlichen Genre-Kunden. Bei der Ballade "Gara And Jonay" meint man sogar, man säße irgendwann in den 90ger Jahren im Kino und zwei Kätzchen schmachten sich auf der Leinwand an. Das größte Problem der ersten Albumhälfte liegt jedoch in der Gleichförmigkeit der Songs. Alle bieten durchweg gleiches Midtempo, gleiche Strukturen und ähnliche Refrains. Ab der zweiten Hälfte bieten das zackige, von Romero zwischen opernhafter Erhabenheit und Wahn eingängig vorgetragene "Living In A Nightmare", das interessant mit Bläsern arrangierte "The City Of Peace" und das abschließende Instrumental "Spanish Suite (Asturias)", welches am ehesten als Referenz zu den jüngeren Werken der Band gezählt werden kann, etwas mehr Abwechslung.

Fazit: "Ars Musica" bietet gut produziertes und leicht verdauliches Popkornkino, welches weniger nach RHAPSODY-Bombast als an reduziertere Rock-Songs Marke neuere AVANTASIA erinnert. Leider braucht man etwas länger, um richtig in Fahrt zu kommen, doch für sich einzeln gesehen machen die 10 neuen Songs plus Intro nicht allzuviel verkehrt. Doch Vorsicht: Wer hier keine Disney-Toleranz mitbringt wird schnell das weite Suchen. Der Melodic Metaller darf aber gerne ein Ohr riskieren.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Christian Wilsberg (07.06.2013)

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