MPIRE OF EVIL - Crucified

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VÖ: 17.05.2013
Bandinfo: MPIRE OF EVIL
Genre: Heavy Metal
Label: Scarlet Records
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Lineup  |  Trackliste

Die Altherrenriege hat sich also verjüngt. Hat man das durchaus bekömmliche Debütalbum „Hell To The Holy“ noch im kultverdächtigen Alt-VENOM-Line-Up durchgezockt, hat sich Drummer Antton schon nach kurzer Zeit wieder in die Frühpension verabschiedet. Für Spitzengitarrero Mantas und Stimmakrobat Demolition Man aber kein Grund, lange Trübsal zu blasen, denn mit dem hoffnungsvollen Jungzeugler JNX (alias Marc Jackson) hat man nicht nur hochwertigen Ersatz gefunden, sondern das Band-Gesamtalter um einige Dekaden nach unten gedrückt. Dass der gute JNX Szeneinsidern bislang nur von der Metalcore-Kapelle BEYOND THE GRAVE bekannt ist, sollten Puristen und bedingungslose Old-School-Metaller jetzt einfach mal überlesen haben.

Tut auch nichts zur Sache, denn MPIRE OF EVIL sind auch auf ihrem zweiten Album Lichtjahre davon entfernt, auch nur irgendwas mit dem Zusatz „modern“ in die metallischen Weiten des Universums zu schleudern. Mit „Temples Of Ice“ krachen sie auch gleich stilecht in bester VENOM-Gedenkmanier ins Mett und machen gleich deutlich, was die auffälligste Veränderung zum Debütwerk ist – hier wird um einen ganzen Zacken mehr gethrasht. Während sich andere Musiker im frühen Greisenalter bereits mit einer Marguerita auf ihr südamerikanischen Hacienda gemütlich machen, wühlt dieses dynamische Duo tatsächlich noch im räudigen Underground-Dreck und knallt mit „Parasite“, „Carnivorous“ oder dem knackigen „Black Legions“ tatsächlich ein Vollbrett nach dem anderen auf die Platte.

Dass MPIRE OF EVIL aber noch immer nicht in der Lage sind, ein durchgängig knackiges Album zu produzieren, wird dem Hörer spätestens im zweiten Teil des akustischen Arschtritts bewusst. Das überlange „Need To Kill“ schwimmt ziellos zwischen Heavy- und Thrash-Metal umher, der Titeltrack könnte auch ein brutalisiertes METALLICA-Rip-Off sein und das abschließende „Taking It All“ ist – auch stimmlich – schlichtweg reinster Proleten-Metal, der nur auf Attitüde, niemals aber auf Qualität achtet. Kriegen Mantas und Konsorten diese unnötige Ambivalenz auch mal irgendwann in den Griff, dann könnten sie von Cronos vielleicht wenigstens einmal verortet werden. So ist „Crucified“ ähnlich wie „Hell To Holy“ – ziemlich gut, aber weit entfernt von einer Kaufempfehlung.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (16.05.2013)

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