BLACK STAR RIDERS - All Hell Breaks Loose

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VÖ: 24.05.2013
Bandinfo: BLACK STAR RIDERS
Genre: Rock
Label: Nuclear Blast GmbH
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

So ganz ohne Vorkommnisse gestaltete sich die Metamorphose von THIN LIZZY zu den BLACK STAR RIDERS nicht. Als sich die Band 2012 dazu entschlossen hat, exakt 30 Jahre nach dem letzten LIZZY-Output „Thunder And Lightning“ ein neues Studioalbum einzuspielen, hat man als Respekt vor der 1986 verstorbenen Sänger-Legnde Phil Lynott doch lieber Abstand von der Urbezeichnung genommen und sich BLACK STAR RIDERS genannt. Keyboarder Darren Wharton und Drummer Brian Downey war das Ganze aber aus verschiedenen Gründen zuwider, letzterer wurde schlussendlich von Jimmy DeGrasso (u.a. ALICE COOPER, MEGADETH, SUICIDAL TENDENCIES) ersetzt.

Mit dem großen Nuclear-Blast-Einstieg „All Hell Breaks Loose“ wollten die Jungs eine Art THIN-LIZZY-Material mit eigener Note kreieren. Geworden ist es schlussendlich ein zu 100 Prozent an die irische Rocklegende angelehntes Blues-Pub-Rock-Album, dessen elf Kompositionen fast alle einen untrüglichen 70er-Jahre-Mief besitzen. Das, meine Damen und Herren, ist aber als absolutes Kompliment zu verstehen, denn woran fast jede alte Band im neuen Jahrtausend scheitert, schaffen die BLACK STAR RIDERS mit spielerischer Leichtigkeit – ein Album zu fertigen, das tatsächlich den Geist der großen Zeiten atmet und dabei zu keiner Sekunde peinlich oder erzwungen klingt.

Dankbar sein darf man vor allem Sänger Ricky Warwick, der Phil Lynott stimmlich stark ähnelnd und damit ein wohliges Retro-Gefühl heraufbeschwört, glücklicherweise aber nicht den Fehler begeht, ein bloßes Imitat darzustellen. Entspannt und mit der Reife erfahrener Musikbiz-Hasen ausgestattet, lassen die BLACK STAR RIDERS auf „All Hell Breaks Loose“ ihr ganzes Können vom Stapel. Kein einziger Filler befindet sich auf dem Comeback, nach dem gutklassigen Titeltrack zu Beginn gräbt sich „Bound For Glory“ mit schnittigem Refrain und den LIZZY-typischen, hervorragenden Twin-Gitarrenläufen in die Gehörgänge. Diese hohe Qualität kann das Quintett mühelos halten, das herausragende „Kingdom Of The Lost“ rockt mit irischem Lokalkolorit, „Bloodshot“ kann man schon nach zwei Durchläufen locker mitsummen, „Kissin‘ The Ground“ watet in eingängigen Classic-Rock-Sphären und „Hey Judas“ ist eine totale Kommerz-Radio-Bombe, ohne dabei auf Altrocker peinlich zu wirken.

Vor allem die gemütliche Atmosphäre, die stressfreie Herangehensweise und das Wissen der Bandmitglieder, hier ein wirklich starkes Lebenszeichen gesetzt zu haben machen „All Hell Breaks Loose“ zu einem wahren Erlebnis. Auch die zweite Albumhälfte glänzt mit hoher Qualität und träumerisch-schönen Gitarrenspuren des Trios Warwick, Scott Gorham und Damon Johnson. Das etwas härter geschraubte „Valley Of The Stones“ und das mit leichten Funk-Anleihen versehene „Before The War“ stechen besonders heraus, bevor die BLACK STAR RIDERS mit dem relaxten „Blues Ain’t So Bad“ eine wirklich starke Duftmarke ans Albumende platzieren. Nächster Schritt – sofort wieder von vorne beginnen. „All Hell Breaks Loose“ gehört zu den absoluten Rock-Highlights dieses Jahres und kann eigentlich gar nicht oft genug gehört werden. Kein LIZZY-Fan wird von diesem Material enttäuscht sein und auf die bevorstehende Welt-Tournee darf man sich jetzt schon freuen. Danke für dieses Album!



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (20.05.2013)

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