Asphagor - Anti

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VÖ: 00.05.2013
Bandinfo: ASPHAGOR
Genre: Black Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Das Tiroler Black Metal-Aushängeschild ASPHAGOR absolvierte im Vorfeld des Releases ihres neuen Albums einige Liveshows (u.a. mit ENSLAVED und BELPHEGOR - zum Livereport). Schon diese Energie entfesselnden Gigs vermochten die Zuschauer zu überzeugen und ließen auf eine Großtat auf Tonträger hoffen. Seit dem Vorgänger waren immerhin schon über zwei Jahre vergangen, das im Nachgang veröffentlichte „Havoc“ schlug mittlerweile in Underground-Kreisen gehörig Wellen. Die Black Metal-Armada fühlte sich nun bereit, der Welt ein weiteres schwarzes Manifest mit dem plakativen Titel „ANTI“ zu schenken.

Der Albumauftakt mit einem Blastbeat reißt den nichtsahnenden Hörer unvermittelt aus seiner Kontemplation. Was dann folgt, ist eine Lehrstunde in Sachen packender Dynamik und sägender Morbidität. Der überaus starke Opener „Cemetary Of Gods“ ist schon ideal gewählt, treibende Rhythmen und die groovend-rollenden Gitarrenriffs versprühen ihre Anziehungskraft. „Rebirth“ variiert anschließend gekonnt die Tempi, zähere, epischere Passagen lassen den Song zu einer aufregenden Reise durch im Licht der schwarzen Sonne liegende, schroffe Gesteinswüsten werden, der wummernde Bass samt Spoken Word-Intermezzo tragen ihren Anteil dazu bei. „Invoke Heaven“ schlägt in eine ähnliche Doom-Kerbe, mahlt unablässig und wird von feinen Blastattacken aufgelockert.

Mit dem mit lässiger Gitarrenarbeit verfeinerten „Katharsis“ steuert das im Midtempo gehaltene Album unvermittelt weiter über das dissonante, quälende „Suffering Flesh“ mit dem epischen „Swallow Sparkled Light“ einem weiteren Highlight zu. Das titelgebende Sahnehäubchen auf dem pechschwarzen Kaffee erschallt am Schluß des Albums. „Anti“, die Kernaussage, diese ultimative Kampfansage wird von Fronter Morgoth, der sonst amtlich röhrt und keift, in den Kosmos hinausgebellt. Das erste Tondokument auf dem der Sänger mitwirkt, wurde von ihm auch gleich Cover-technisch betreut und veredelt. Der krönende Abschlußtrack dieser Ausgeburt der Misantrophie und Kälte, verfügt über ähnliche „Hit“-Qualitäten wie das eingangs erwähnte „Havoc“.

ASPHAGOR ist es abermals gelungen, ein Album mit verdammt dichter und finster-kalter Atmosphäre den Orkus emporzuschleudern, das den Vergleich mit den Aushängeschildern der Szene nicht zu scheuen braucht, das bereits aufgezeigte Potential weiter ausschöpft und in unaufhörlicher Weise an Profil gewinnt. Das transparente und druckvoll-schwarze Soundkleid wurde dem Angerberger Quintett von Patrick Engel maßgeschneidert, hier gibt es wie immer nichts zu mäkeln. Dennoch ist so ein Sound im Underground-Bereich nicht üblich und sollte nicht gering geschätzt werden. Wer auf modernen, doomig angehauchten Black Metal mit der genretypischen Theatralik schwört, sollte sich diese kraftvoll-authentischen Oden an das Abgründige, Kalte und erhaben Schwarze nicht entgegehen lassen!



Ohne Bewertung
Autor: Thomas Patsch (26.05.2013)

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